Deutscher Jugendliteraturpreis verliehen

Am 16. Oktober 2015 wurden auf der Frankfurter Buchmesse die Sieger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2015 bekannt gegeben und die Preise in den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch sowie der Preis der Jugendjury verliehen.

Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet und seit 1956 jährlich verliehen. Die Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur, die von neun Juroren ausgewählt werden. Die unabhängige Jugendjury besteht aus sechs Leseclubs. Neben den Spartenpreisen wurde auch ein Sonderpreis in Höhe von 12.000 Euro für das Gesamtwerk der Hamburger Illustratorin Sabine Friedrichson vergeben.

Kategorie Bilderbuch

Als bestes Bilderbuch konnte sich „Herr Schnuffels“ (Hamburg, Aladin Verlag, 2014) von David Wiesner, übersetzt von Paula Hagemeier, durchsetzen. Für die Jury ist das Buch ein herausragendes Beispiel von „Sciencefiction in Bilderbuchform, die augenzwinkernd mit dem Genre spielt.“

 

Kategorie Kinderbuch

In der Sparte Kinderbuch wurde „Der Träumer“ (Hamburg, Aladin Verlag, 2014) von Pam Muñoz Ryan, Peter Sís (Illustration) und Anne Braun (Übersetzung) ausgezeichnet. Darin wird die Kindheit des chilenischen Dichters Pablo Neruda erzählt. Laut Jury ein Stück Weltliteratur für Kinder, das den Blick für fremde Erzähltraditionen öffne.

 

 

Kategorie Jugendbuch

Sieger in der Sparte Jugendbuch ist „Schneeriese“ (Hamburg, Carlsen, 2014) von Susan Kreller. Erzählt wird „von Adrian und Stella, die als Nachbarn ihre Kindheit miteinander verbracht haben und deren Beziehung sich im Chaos der Pubertät neu ordnet. Wie sich die Beziehung wandelt, welche Bedeutung zuvor die Freundschaft der beiden hatte, beschreibt die Autorin mit großer Klarheit und bleibt ganz bei ihrem Protagonisten“, so die Jury.

 

Kategorie Sachbuch

Mit ihrem Sachbuch „Und dann platzt der Kopf“ (Mannheim, Kunstanst!fter, 2014) konnte Christina Röckl die Jury überzeugen: „Mit ihren expressiven und farbintensiven Illustrationen, die sich nachhaltig im Gedächtnis des Betrachters verankern, regt die Künstlerin zum Phantasieren und Reflektieren über die Seele an.“

 

 

Preis der Jugendjury

Der Preis der Jugendjury ging an „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ (Frankfurt a.M., Fischer FJB, 2014) von David Levithan, in der Übersetzung von Martina Tichy. Die Hauptfigur A wacht jeden Morgen in einem anderen Körper auf, mal Mädchen mal Junge. Doch dann verliebt sich A in das Mädchen Rhiannon. Kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein? Die Jugendjury urteilt: „Der Autor hat es geschafft, eine glaubwürdige und schöne Liebesgeschichte zu schreiben, die den Leser mit philosophischen Gedankenspielen zum Nachdenken anregt.“

 

Praxismaterialien

Die Akademie für Leseförderung bietet in Kooperation mit dem Arbeitskreis für Jugendliteratur jedes Jahr ein Seminar an, in dem kreative Vermittlungsmethoden zu den nominierten Büchern des Deutschen Jugendliteraturpreises vorgestellt und erprobt werden. Alle Praxiskonzepte finden Sie hier. Im kommenden Jahr wird das „Preisverdächtig!“-Seminar am 8. Juni 2016 in Hannover stattfinden.

 

Fotos: Preisfigur "Momo", AKJ; Aladin Verlag; Carlsen; Kunstanst!fter; Fischer FJB

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