Friedrich-Gerstäcker-Preis für Dirk Reinhardt

Der Autor Dirk Reinhardt hat für sein Buch „Train Kids“ (Hildesheim, Gerstenberg, 2015) den Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur der Stadt Braunschweig erhalten. Die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung überreichte Bürgermeisterin Annegret Ihbe am 21. April 2016 im Braunschweiger Altstadtrathaus.

„Train Kids“ erzählt die Geschichte von fünf Jugendlichen, die sich auf den Weg durch Mexiko machen, um über die Grenze in die USA zu gelangen. Vor ihnen liegen über zweieinhalbtausend Kilometer, die sie als blinde Passagiere auf Güterzügen zurücklegen. Die Einzelschicksale von Miguel, Fernando, Emilio, Jaz und Ángel illustrieren die existenziellen Bedrohungen, die die Kinder in ihrer Heimat alltäglich heimsuchen und tatsächlich ständig ca. 50.000 Kinder und Jugendliche aus Mittelamerika dazu bringen, sich auf die riskante Flucht zu machen. Ihre Reise gehört nach Ansicht von Amnesty International zu den gefährlichsten Fluchten der Welt.

Die neunköpfige Preisjury begründet ihre Entscheidung so: „Mit „Train Kids“ hat Dirk Reinhardt ein literarisches Road Movie zum Thema Flucht und Migration vorgelegt, dessen Handlung im Wesentlichen in Mexiko angesiedelt ist, deren hierin beschriebenen Motivationen der Menschen zur Flucht und den damit verbundenen Strapazen aber auch in anderen Teilen der Welt ähnlich aktuell vorkommen könnten. […] Sein Buch ist so emotional bewegend wie authentisch, so erschütternd wie einfühlsam, so thematisch und literarisch wertvoll wie politisch notwendig.“

1947 von der Stadt Braunschweig gestiftet, erinnert der Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur an den Weltreisenden und Abenteuer-Romancier Friedrich Gerstäcker, der seine Jugend und seine letzten Lebensjahre in Braunschweig verbrachte. Der älteste deutsche Jugendbuchpreis wird im zweijährigen Turnus verliehen und zeichnet Bücher aus, die Jugendlichen im Alter ab zwölf Jahren das Abenteuer der Begegnung mit fremden Welten fantasievoll vor Augen führen und dabei die Gedanken der Toleranz und Weltoffenheit in sprachlich anspruchsvoller Form näher bringen.

Das Buch ist für den Preis der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises nominiert. Im Rahmen des Praxisseminars „Preisverdächtig" am 8. Juni 2016 in Hannover werden Praxiskonzepte zum Einsatz dieses Buches im Unterricht vorgestellt.

Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen

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