„Integration durch Sprache und Lesen“ – Herbstakademie 2016

Am 23. November 2016 veranstaltete die Akademie für Leseförderung gemeinsam mit der Stiftung Lesen, der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek und dem Niedersächsischen Kultusministerium zum zweiten Mal eine Herbstakademie, bei der der Austausch zwischen Theorie und Praxis gefördert wurde. Die Veranstaltung fand in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover statt. Sie wurde von ca.80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Schulen, Bibliotheken, Kitas und Universitäten sowie Vertreterinnen und Vertretern von Vereinen, Verbänden und Stiftungen besucht. Unter dem Titel „Integration durch Sprache und Lesen: Familie im Fokus“ zeigten Fachvorträge und Praxisbeispiele von niedersächsischen Initiativen, wie Familien aktiv in die Sprach- und Leseförderung von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen einbezogen werden können.

Viel Engagement für die Sprach- und Leseförderung

Wie wichtig Sprach- und Leseförderung für eine gelingende Integration seien, betonte Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, in ihrem Grußwort. Dabei sei verstärkt auf eine Beteiligung der Eltern zu setzen. Dr. Simone C. Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, zeigte am Beispiel des Projekts „Lesestart für Flüchtlingskinder“, wie Sprach- und Leseförderung in Erstaufnahmeeinrichtungen implementiert werden kann und Dr. Gabriele Rabkin vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg stellte anhand des Family-Literacy-Projekts „FLY“ dar, wie Eltern in der Schule in die Sprach- und Leseförderung ihrer Kinder integriert werden und davon profitieren. Außerdem präsentierten sich vier Initiativen aus Niedersachsen, die auf ganz unterschiedliche Weise neu zugewanderte Familien unterstützen. Alle waren sich einig darüber, dass Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit wichtige Faktoren für Erfolg und Langlebigkeit ihrer Projekte seien. Die Tagung wurde abgeschlossen durch eine Lesung mit anschließendem Gespräch der Schriftstellerin Carolin Philipps. Sie beschreibt in ihrem Roman „Talitha“ die Flucht eines syrischen Mädchens und ihrer Familie. Durch den Tag führte Kathrin Dittmer, Geschäftsführerin des Literaturhaus Hannover.

Lesekalender 2017 offiziell vorgestellt

Im Rahmen der Herbstakademie wurde auch der Lesekalender 2017 der Akademie für Leseförderung Niedersachsen präsentiert. Thema des Kalenders ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit geringen Deutschkenntnissen. Der Kalender präsentiert Projekte, an deren Gestaltung Kinder und Jugendliche sich aktiv beteiligen wie eine Sprachlerngruppe beim Sommerferienleseprogramm JULIUS-Club oder den Wettbewerb „Sprachgezwitscher“ der Stadt Hannover. Außerdem werden Materialien, Bücher und Methoden vorgestellt, die für die Sprach- und Leseförderung für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen hilfreich sind.

Fotos: Jutta Wollenberg/GWLB

 

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