Lesen? Klar ist das wichtig!

Schulen machen sich auf den Weg zur Lesenden Schule

In jeder Schule findet einiges zur Leseförderung statt. Oftmals wissen die Lehrkräfte aber gar nicht, was die Kolleginnen und Kollegen für wirksame Methoden oder motivierende Aktionen regelmäßig in ihrem Unterricht durchführen. Dabei könnten doch alle Kolleginnen und Kollegen und vor allem alle Schülerinnen und Schüler davon profitieren. Außerdem wäre Leseförderung viel effektiver, wenn diese systematisch angegangen würde. Nach innen und außen müsste sichtbar sein a) Leseförderung ist an unserer Schule von großer Bedeutung und b) Leseförderung ist Aufgabe aller Fächer.

Viele Schulen in Niedersachsen sind inzwischen Ganztagsschulen, sodass die Möglichkeit besteht, Leseförderung über den Unterricht am Vormittag hinaus anzubieten. Besonders die Unterstützung des Freizeitlesens und der Lesemotivation finden Zeit und Raum.

Wie macht man sich als Kollegium aber auf den Weg?

Zunächst müssen die Schulleitung und der Schulvorstand grundsätzlich informiert sein und das Vorhaben „Wir werden Lesende Schule“ unterstützen. Anschließend sollten sich auch alle Fachkonferenzleiterinnen und -leiter in einer Fachkonferenz austauschen. Für das gesamte Kollegium kann eine schulinterne Fortbildung geplant werden, in der es darum geht, bereits bestehende unterrichtliche und außerunterrichtliche Maßnahmen zur Leseförderung zu sammeln und nach einem bestimmten System zu sortieren. Der Ist-Stand wird so jedem deutlich. Eine Referentin oder ein Referent kann aktuelle und wirksame Methoden sowie Strategien aus der aktuellen Lesedidaktik und -methodik vorstellen und diese von den Lehrkräften in dem Workshop erproben lassen.

Weitere Schritte können Stück für Stück folgen:

Das Leitbild der Schule kann überarbeitet und die Förderung der Lesekompetenz hervorgehoben werden („Wir haben uns ‚Lesen‘ auf die Fahnen geschrieben“). Die Leseförderung kann damit ein Schwerpunkt im Schulprogramm werden.  Als Beispiel ist hier das Schulprogramm der Geschwister Scholl Gesamtschule in Göttingen zu nennen. Lese- und Schreibförderung sowie Leserziehung sind zwei Schwerpunkte.

Das Erstellen eines Lesecurriculums, welches verbindlich gilt, ist die logische Konsequenz auf dem Weg zur Lesenden Schule. Die verschiedenen Ebenen der Leseförderung (z.B. im Fachunterricht, in der Bibliothek, mit Hilfe von Kooperationspartnern) werden berücksichtigt und folgende Fragen sind geklärt: Welche Strategien sollen in welcher Klassenstufe eingeführt und trainiert werden? Welche Verfahren der Leseförderung werden konsequent durchgeführt? Welche diagnostischen Verfahren sollen zum Einsatz kommen und welche Fördermaßnahmen können daraus folgen? Welche Methoden und Aktionen zur Förderung der Lesemotivation sollen regelmäßig stattfinden?

Beispiel Oberschule Ahlerstedt

Das Kollegium der Oberschule Ahlerstedt, bislang eher naturwissenschaftlich ausgerichtet, hat sich bereits auf den Weg gemacht. In einer Dienstbesprechung wurde beschlossen, dass mehr für die Leseförderung an der Schule getan werden müsste. Viele Schülerinnen und Schüler haben Schwierigkeiten Texte zu lesen und zu verstehen, sodass Fachtexte, aber auch narrative Texte nicht selbstständig gelesen werden können. Aufgaben zu Texten werden nur schwer verstanden und kaum selbstständig bearbeitet.

Nach der Entscheidung, Lesen mehr in den Fokus zu stellen, wurde eine Mitarbeiterin der Akademie für Leseförderung Niedersachsen zu einer schulinternen Fortbildung eingeladen, an der zwölf Lehrkräfte teilnahmen. Sie fand in der Schulbibliothek der Schule statt – einem zentralen Ort des Lesens im Schulgebäude. Durch einen Vortrag mit anschließenden Praxisbeispielen zu den Themen Leseflüssigkeit, Lesestrategien und Lesemotivation wurden einige Methoden vorgestellt und von den Lehrkräften erprobt. In Gruppen, nach Doppeljahrgängen gebildet, wurde erst einmal alles auf Karten schriftlich festgehalten, was die Kolleginnen und Kollegen an Maßnahmen der Leseförderung regelmäßig durchführen. An einer Pinnwand wurden die Karten systematisch einer Tabelle zugeordnet, sodass für alle ein Gesamtüberblick sichtbar wurde.

In einem nächsten Schritt werden die ‚Lücken‘ in der Tabelle gefüllt. Neue Maßnahmen sollen andere, bislang zwar regelmäßig durch-, aber nicht zum gewünschten Erfolg geführte Maßnahmen,  ersetzen. Andere haben sich bereits bewährt, werden also beibehalten.  Das Leitbild und das Schulprogramm der Schule werden in weiteren Besprechungen unter die Lupe genommen. Der Anfang ist gemacht, was meist die größte Hürde ist, wenn man etwas verändern möchte.

Weitere Informationen rund um die Lesende Schule finden Sie in unserem Materialbereich.

(Fotos: Akademie für Leseförderung Niedersachsen)

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