Welchen Beitrag kann Leseförderung zur Inklusion leisten?

Mitarbeiterin der Akademie informierte im Rahmen eines internationalen Kongresses in Mexiko-City über die Arbeit der Akademie für Leseförderung

 “May everyone really mean everyone. Reading as an inclusive experience”: Unter diesem Motto fand in Mexico-City vom 10. bis 13. September 2014 der 34. IBBY-Kongress statt. IBBY (International Board on Books for Young People) ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Ziel der Förderung von Kinder- und Jugendliteratur und der internationalen Verständigung durch Kinderliteratur.

Während der drei Kongresstage beschäftigten sich mehr als 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 64 Ländern
mit der Frage, welche Rolle Kinderliteratur im Rahmen der Inklusion spielen kann und inwiefern Maßnahmen zur Leseförderung einen Beitrag zur Inklusion leisten können. Dabei wurde deutlich, dass Inklusion in den unterschiedlichen Ländern durchaus verschiedene Schwerpunkte haben kann. So bezieht sich die Inklusion in Mexiko vor allem auf die Berücksichtigung der Sprach- und Schriftkultur der zahlreichen indigenen Bevölkerungsgruppen. 

Auch die Akademie für Leseförderung Niedersachsen war vor und während des Kongresses in Mexiko-City vertreten. Im Rahmen eines Podiumsgesprächs mit weiteren Beteiligten aus Mexiko, Brasilien und Argentinien stellte eine Mitarbeiterin der Akademie aktuelle Programme zur Leseförderung vor, die einen besonderen Beitrag zur Inklusion in der Gesellschaft leisten können. Anregungen zur Leseförderung, wie beispielsweise das Programm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ oder die Idee der Lesenetzwerke stießen bei den Zuhörenden auf reges Interesse. Zudem präsentierte sie in einem vom Goethe-Institut Mexiko initiierten Vortrag in der Biblioteca Vasconcelos aktuelle Studien und Projekte zur generellen Leseförderung in Deutschland, insbesondere aus Niedersachsen. Verschiedene Aspekte der Leseförderung fasste sie darüber hinaus in einem Interview während des IBBY-Kongresses zusammen.

Alle zwei Jahre wird während des IBBY-Kongresses der Hans-Christian-Andersen-Preis verliehen: Die diesjährigen Preisträger sind die japanische Autorin Nahoko Uehashi und der brasilianische Illustrator Roger Mello. Die besten Neuerscheinungen im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur aus Ländern, die über eine IBBY-Sektion verfügen, werden im gleichen Rhythmus in eine Auswahlliste, die IBBY-Honour-List, aufgenommen.

IBBY gehören 72 Sektionen aus unterschiedlichen Ländern an. Die deutsche IBBY-Vertretung nimmt der Arbeitskreis für Kinder- und Jugendliteratur e.V. mit Sitz in München wahr. Der erste IBBY-Kongress fand 1952 auf Initiative von Jella Lepman statt. Lepman, eine deutsche Autorin, Journalistin und Übersetzerin, hatte 1946 mit einer internationalen Kinder- und Jugendbuchausstellung die erste internationale Ausstellung in Deutschland nach dem Krieg ins Leben gerufen. Sie bildete den Grundstock für die Internationale Jugendbibliothek (IJB) in München, die heute noch mit mehr als 600.000 Bänden in 150 Sprachen die weltweit größte Bibliothek mit Kinder- und Jugendliteratur aus aller Welt ist.

(Bild: Poster des IBBY-Congress 2014/Gabriel Pacheco)

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