Wettbewerb zeichnet mehrsprachige Texte aus

Viele Kinder in Deutschland wachsen mehrsprachig auf, weltweit sind es sogar mehr Kinder, die mehrsprachig erzogen werden als einsprachig. Die Chance, ihrer Mehrsprachigkeit Ausdruck zu verleihen, hatten jetzt Schülerinnen und Schüler aus Hannover im Rahmen des Schreibwettbewerbs „Sprachgezwitscher“, den das Sachgebiet Integration der Landeshauptstadt Niedersachsens Ende 2015 ausgeschrieben hatte.

Preisverleihung am internationalen Tag der Muttersprache

Passend zum internationalen Tag der Muttersprache fand am 21. Februar 2016 das große Finale des Schreibwettbewerbs im Neuen Rathaus in Hannover statt. Aus den rund 40 eingegangenen Texten zu drei vorgegebenen Themen wählte das Juryteam um Bürgermeisterin Renate Kramarek, Autorin Deniz Selek und Autor Ingo Siegner Texte für das Finale aus – diese lasen die Jugendlichen beim Finale in zwei Sprachen vor.

Kinder und Jugendliche präsentieren ihre mehrsprachigen Texte

Die Gewinner des Wettbewerbs verteilen sich auf zwei Kategorien und konnten jeweils für ihre gesamte Klasse einen Preis mit nach Hause nehmen. In der Rubrik 5.-7. Jahrgang wurde Egzona von der IGS Büssingweg für ihren Text auf Deutsch und Albanisch prämiert. Darin erzählt sie von ihrem Sehnsuchtsort Prizren im Süden des Kosovo und schildert deutlich die Kontraste zur Lebensweise in Hannover. Besonders begeisterte die Jury in dieser Kategorie auch der Text von Daan, der auf Deutsch und Niederländisch den Hauptbahnhof Hannover als Ort seiner musikalischen Selbstverwirklichung beschreibt.

In der Rubrik 8.-10. Jahrgang gewann Doroteya von der Schillerschule. In ihrem Beitrag erzählt sie auf Deutsch und Englisch, wie sie sich im Ballett immer weiter verbesserte. Publikum und Jury fanden aber auch großen Gefallen an dem Gedicht von Jugendlichen der Goetheschule, das sich sowohl in der deutschen als auch in der türkischen Sprache reimt. Den Sonderpreis gewann Otilia von der Lutherschule, die mit ihrem Text über die fünf Sprachen, die sie mittlerweile spricht, die Idee des Wettbewerbs besonders verkörpert.

Mehrsprachigkeit gibt kultureller Identität eine Stimme

Bürgermeisterin Regine Kramarek bedankte sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und zeigte sich begeistert über die „beeindruckenden Texte“, die der Sprachenvielfalt in Hannover eine Stimme gegeben haben. Auch andere Beteiligte lobten den Schreibwettbewerb als Anlass zur Auseinandersetzung mit Mehrsprachigkeit. Elisa Framke, Klassenlehrerin der Siegerin Egzona, stellte fest: „Der Wettbewerb hat meine ganze Klasse motiviert, sich eingehend mit ihren Wurzeln auseinanderzusetzen und ihre Multikulturalität als Potenzial zu begreifen.“

Einen ausführlichen Bericht zur Preisverleihung finden Sie hier.

Fotos: Landeshauptstadt Hannover

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