
Zwischen Faszination, Gewalt und Abhängigkeit bewegen sich viele Kinder und Jugendliche beim Umgang mit Video- und Computerspielen. Anschaulich erläuterte Florian Rehbein vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen in seinem Vortrag am 27. Oktober 2009 an der Akademie für Leseförderung in Hannover die möglichen Auswirkungen der virtuellen Welten auf deren minderjährige Besucher.
Bereits die Ausstattung mit Mediengeräten ist gerade bei Jungen „nicht von schlechten Eltern“. Oder gerade doch, denn Rehbein möchte Bildschirmmedien aus den Kinderzimmern verbannen. Eltern sollten spätestens zu Schulbeginn über die Gefahren virtueller Spielwelten aufgeklärt werden. Nach der Grundschulzeit, wenn die dafür notwendigen Entwicklungsvoraussetzungen geschaffen seien, könne der Umgang mit dem Computer schnell erworben und gezielter vermittelt werden. Vorbild sein, Grenzen setzen, die Kinder in ihren Medienwelten begleiten und beraten, das seien Aufgaben der Eltern.
Allerdings stelle ein exzessiver Medienkonsum (mehr als 2,5 Stunden pro Tag) noch keine Mediensucht dar. Erkennungsmerkmale von Abhängigkeit seien die Einengung des Denkens, die Inkaufnahme negativer Konsequenzen (z.B. schlechterer Schulleistungen), der Kontrollverlust bezüglich der Spielzeiten, Entzugserscheinungen und das Prinzip, immer länger spielen zu müssen, um zufrieden zu sein. Dieser Abhängigkeit können, so Rehbein, Schule und Elternhaus durch präventive Maßnahmen am besten gemeinsam entgegenwirken.
(am)/(am)