
Allzu oft sind Bibliotheken für Schulklassen ein Ausflugsziel unter vielen, und der Lerneffekt bleibt bescheiden. In Oldenburg will man mehr erreichen und aus den Bibliotheken echte Lernorte machen. Bibliotheken seien schließlich Informationsexperten, Schulen Lernexperten. Beim Oldenburger Projekt Schu:Bi – Schule und Bibliotheken arbeiten sie modellhaft zusammen, um die Schüler von Klasse 1 bis 12 systematisch lese- und informationskompetent zu machen.
Bei den 18. Gemeinsamen Bibliothekstagen für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt am 27. und 28. November 2009 in Oldenburg berichteten die beteiligten Bibliotheken (Stadtbibliothek, Landesbibliothek, Universitätsbibliothek und Fachhochschul-Bibliotheken) von der Zusammenarbeit mit den vier Projektschulen (Grundschule, IGS, Gymnasium und BBS) bei der Entwicklung und Erprobung von Bibliotheksmodulen.
Zu den Erfolgsfaktoren gehört nach Meinung der Beteiligten ein hoher Anteil von Schüleraktivität bei den Bibliotheksbesuchen. Um eine Überfrachtung zu Lasten von Schüleraktivität zu vermeiden, wird deshalb der Stoff in zwei Jahrgängen auf jeweils zwei Unterrichtseinheiten verteilt, ein Basismodul und ein Aufbaumodul. Die Schule tritt nicht als bloßer Abnehmer eines bibliothekarischen Angebots in Erscheinung. Lehrkräfte der Projektschulen wirken vielmehr als Berater und Erprober mit, und die Einführung in den elektronischen Katalog findet sogar im Computerraum der Schule statt. Für den Lerneffekt ist auch wichtig, dass die Lösungen von Suchaufgaben kontrolliert und Arbeitsblätter von den Schülern ernst genommen und aufbewahrt werden.
Wer mehr über das Schu:Bi-Konzept erfahren und sich die entwickelten Materialien ansehen will, geht am besten auf die Projekt-Website.
(am)/(am)