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19.03.2010

Fachunterricht in der Bibliothek

Akademie-Seminar zeigt, wie er funktionieren kann

Illustration: Fachunterricht in der Bibliothek

„Heute findet der Unterricht in der Bibliothek statt“. Was heißt das für den Geschichtslehrer, die Englischlehrerin, den Deutschkollegen? Und was kann der Bibliothekar oder die Bibliothekarin dazu beitragen, dass beim Geschichts-, Englisch- und Deutschunterricht in der Bibliothek auch etwas herauskommt? Diese Fragen standen am 9. März 2010 im Mittelpunkt eines Ganztagsseminars an der Akademie für Leseförderung, zu dem die Teilnehmer aus ganz Niedersachsen, aber auch aus Nordrhein-Westfalen und Hamburg angereist waren.

Es gab einen knappen theoretischen und einen deutlich längeren praktischen Teil. Im Theorieteil wurden elf Grundsätze proklamiert. Einer der wichtigsten: Bibliotheksunterricht sollte vorrangig die Themen behandeln, die ohnehin im Fachunterricht anstehen, denn nur für die hat der Lehrer immer Zeit. Das sind die Themen aus dem Schulbuch, die Themen der Abschlussprüfungen, die Themen des Zentralabiturs.

Die praktische Umsetzung verlangt Arbeitsformen, die Einzel-, Gruppen- und Plenumsarbeit verbinden, individuelle Freiräume schaffen und sichtbare und überprüfbare Ergebnisse hinterlassen. Die Seminarteilnehmer erprobten diese Arbeitsformen in Gruppenarbeit am Beispiel der Entdeckungsreisen um 1500 und am Beispiel von Goethe und seinem „Zauberlehrling“. Rechercheplakate zum textbasierten Fixieren von Vorwissen und Fragehorizont entstanden, kleine Handapparate bzw. Bücherkisten zu den Themen wurden zielstrebig ausgewertet und das neue Wissen wurde in prägnanten Informationsplakaten sichtbar gemacht und in abschließenden Kurzreferaten an das Plenum weitergegeben.

Und wer soll solchen Unterricht erteilen, der zugleich fachliches Wissen und eine gewisse Vertrautheit mit einem größeren Medienbestand verlangt? Die Teilnehmer, die etwa zur Hälfte Lehrer und zur Hälfte Bibliothekare waren, merkten, dass sie es eigentlich beide konnten. Denn im Mittelpunkt steht auf jeden Fall die Eigenaktivität der Schüler, die sich beim Fachunterricht in der Bibliothek in unerhofftem Umfang entfaltet und ihn zugleich mit Fachwissen und Informationskompetenz ausstattet.

(am)