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15.04.2010, zuletzt bearbeitet am 15.04.2010

Leseförderung transatlantisch

Niedersächsische Wissenschaftlerin plädiert für mehr Austausch mit den USA

Illustration: Leseförderung transatlantisch

Die US-Amerikaner betreiben Lesekompetenz-Förderung für Jugendliche schon seit den 1980er Jahren mit System und maßgeschneiderten Schulbüchern. Von diesem Erfahrungs-Vorsprung können wir Europäer profitieren, wie Christine Garbe jetzt in einem Interview mit der amerikanischen Leseforschungs-Zeitschrift „Journal of Adolescent & Adult Literacy“ (Heft 53 (6), März 2010, S. 508-510) gesagt hat.

Die Lüneburger Leseforscherin und Professorin an der Leuphana Universität bereiste im vergangenen Jahr die USA, um sich über Theorie und Praxis der Leseförderung bei Jugendlichen zu informieren. Bemerkenswert fand Garbe auch den Umfang der Lesekompetenzförderung in den Sachfächern. In Deutschland fehlten dafür bislang die Bücher ebenso wie die passenden Lehreraus- und fortbildungsangebote. Bei der dringend notwendigen Entwicklung solcher Angebote könnte der amerikanische Sachverstand eine große Hilfe sein.

Aber die niedersächsische Wissenschaftlerin sieht auch europäische und speziell deutsche Stärken in der praxisrelevanten Leseforschung, unter anderem bei der Erforschung der Lesesozialisation und bei der Analyse der Veränderungen im Leseverhalten in der Mediengesellschaft. Hier könnten die Amerikaner Nutznießer eines Austauschs sein. Deshalb plant Christine Garbe jetzt ein neues Projekt zur Verbesserung der Lehreraus- und weiterbildung im Bereich der Lesekompetenzförderung bei Jugendlichen, an dem neben Partnern aus ungefähr zehn europäischen Ländern auch etwa zehn amerikanische Partner beteiligt sein sollen.

Bild: Flagge der USA; Quelle: Wikipedia

(am)/(am)