
Im Vortragssaal der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek war keiner der annähernd hundert Plätze mehr frei, als Claudia Mähler, Professorin für Diagnostik und Angewandte Psychologie an der Universität Hildesheim, Eltern, Lehrer und andere Fachkräfte über Ursachen, Symptome und Interventionsmöglichkeiten bei Lese-Rechtschreibstörungen informierte. Jungen seien häufiger betroffen als Mädchen. Schon im Vorschulalter gebe es Hinweise auf eine sich abzeichnende Lese-Rechtschreibstörung. Bereits in den ersten Schuljahren zeigten sich bei vielen Kindern folgenreiche Begleiterscheinungen wie der Verlust der Schul- und Lernmotivation schlechthin.
Eine Vielzahl von Ursachen sei in der Diskussion, darunter die phonologische Informationsverarbeitung. Eine Veranlagung in der weiteren Familie erhöhe die Wahrscheinlichkeit von Lese-Rechtschreibstörungen. Doch Eltern und Schule können einiges tun, um betroffenen Kindern einen ihrem Leistungsvermögen entsprechenden Bildungsweg zu bahnen. Das Problembewusstsein reicht jetzt bis in den Hochschulbereich, wie Karola Penz von der Akademie für Leseförderung berichtete. Die Hochschule Lausitz habe es sich zum Ziel gemacht, als erste Hochschule „legastheniefreundlich“ zu werden. In einem Bildungssystem auf dem Weg zur Inklusion sei dies auch die Aufgabe von Schule, fand man in der Diskussion. Weitere Fortbildungen zum Thema sind geplant.
Die Folien zum Vortrag von Claudia Mähler finden Sie hier.
im Bild: Claudia Mähler bei ihrem Vortrag; Foto: Akademie für Leseförderung
(rd)/(rd)