
Wikipedia: Alle sitzen davor, aber was steckt dahinter? Am 17. März 2011 hatten zwölf niedersächsische Pädagogen Gelegenheit, sich von einem Insider in die Geheimnisse der Online-Enzyklopädie einweihen zu lassen. Der Kölner Wikipedianer Raimond Spekking führte an der Akademie für Leseförderung in Hannover sein Seminar „Wikipedia für Lehrkräfte“ durch. Lehrkräfte aus Haupt- und Realschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen sowie eine Bibliothekarin und eine Fortbilderin verschafften sich ein gründliches Bild von dem kollektiv und ehrenamtlich betriebenen Wissensspeicher.
Die Bandbreite des Teilnehmer-Vorwissens war ähnlich groß wie die anfängliche Meinungsvielfalt, die von Argwohn bis Begeisterung reichte. Der Referent sorgte durch einen Einführungsvortrag für einheitliches Grundwissen und ging dann flexibel auf die unterschiedlichen Teilnehmerbedürfnisse ein. Ja, es ist leicht herauszufinden, wenn jemand aus der Wikipedia stumpfsinnig abkupfert. Nein, es kann nicht einfach jeder irgendwelchen Unfug einstellen und erwarten, dass sein Eintrag stehen bleibt. Im Gegenteil: Die deutsche Wikipedia-Community hat sich hohe Qualitätsstandards gesetzt und streitet unermüdlich für ihre Durchsetzung.
Die Teilnehmer konnten während der gesamten Veranstaltung an ihren Rechnern alles selbst ausprobieren. Sie wissen jetzt, nach welchen Kriterien man die Qualität eines Artikels misst, wie man Artikel als pdf-Datei ausdruckt und wie man mehrere Artikel zu einem Buch zusammenstellt. Anders als zu Seminarbeginn fühlen sich alle fit, Wikipedia in den Unterricht einzubinden, im Wissen um seine Stärken – und seine Grenzen. Und viele wünschen sich ähnliche Fortbildungen für ihre Schüler.
im Bild: Raimond Spekking entschlüsselt die Zeichen an der Wand und auf dem Bildschirm; Foto: Akademie für Leseförderung
(rd)/(rd)