
Pop-up-Bücher gelten gemeinhin als nicht „bibliothekstauglich“. Die Befürchtung ist groß, dass sie nicht viele Ausleihen überstehen, insbesondere wenn sie in Kinderhände gelangen. Umso erstaunlicher war der große Zuspruch, auf den das Veranstaltungsangebot mit der bekannten Pop-up-Künstlerin Antje von Stemm gerade in der Bibliothekswelt erfuhr.
„Wenn Kinder selber ein Pop-up-Buch gestalten, dann gehen sie im Regelfall sorgfältiger damit um.“ Diese Erfahrung hat Antje von Stemm häufig bei ihren zahlreichen mit Kindern durchgeführten Workshops gemacht. In ähnlicher Weise offensiv verfährt eine Bibliothek: Alle, die das Buch „Die Pop-up-Girls“ ausleihen, müssen bei der Rückgabe eine Seite gebastelt zurückbringen.
Diese nützlichen bibliothekspädagogischen Tipps standen aber nicht im Zentrum der Fortbildung. Insbesondere wurde den ganzen Tag geschnipselt, gefaltet, geklebt, gemalt, gekritzelt, entworfen und wieder verworfen. Wie sich mit ganz einfachen praktischen Ideen erstaunliche Papierkreationen entwickeln lassen, das konnten die Teilnehmer an sich und ihren Mitstreiterinnen den ganzen Tag mit wachsender Begeisterung erleben.
Zusätzlich bot Antje von Stemm einen spannenden Einblick in ihre eigene Reise ins Abenteuer Papierland, die sie zunächst in die USA führte. Dort ließ sie sich als Papieringenieurin ausbilden.
Auch Angelika Gerlach, Bibliothekarin in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, ist in besonderer Weise dem Pop-up-Buch zugetan. Sie ist so fasziniert von dieser Form der Buchkunst, dass sie sich eine umfangreiche private Sammlung zugelegt hat. Mit ihrer Präsentation ausgewählter Kunstwerke aus ihrer eigenen und der Sammlung der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek bereicherte sie die Fortbildung auf sehr anschauliche Art.
Im Bild: Zwei Teilnehmerinnen präsentieren ihre Pop-up-Bücher.
Foto: Jutta Wollenberg, GWLB
(mb)/(mb)