Fortbildung mit der Kinder- und Jugendbuchautorin Nikola Huppertz, organisiert vom Niedersächsischen Landesverband des Friedrich-Bödecker-Kreises e. V.
Anmeldungen sind bis zum 23. Mai 2018 per E-Mail an fbk.nds@t-online.de möglich.

In Hannover trafen sich am 16. April 2018 Lehrkräfte unterschiedlicher Schulformen, die an der TAMoLi-Studie teilnehmen, mit Prof. Dr. Irene Pieper und Simone Depner von der Stiftung Universität Hildesheim sowie Vertreterinnen der Akademie für Leseförderung Niedersachsen zu einer gemeinsamen Weiterbildungsveranstaltung. In den Diskussionen und einem Workshop wurde deutlich, dass Lesen keine einfache Kompetenz ist, sondern vielmehr eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe und Teil der Identitätsbildung. Moderner Lese- und Literaturunterricht bezieht auch diesen größeren Kontext des Lesens mit ein.

Was ist TAMoLi?
Bei TAMoLi, kurz für „Texte, Aktivitäten und Motivationen im Literaturunterricht der Sekundarstufe I“, handelt es sich um eine empirische Studie, die mit „mixed methods“ arbeitet. In einem quantitativen Teil beantworten Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler Fragen zum Lese- und Literaturunterricht, in dem sich anschließenden qualitativen Teil werden Literaturunterrichtsstunden videografiert und ausgewertet. Die Ergebnisse sollen zukünftig in die Gestaltung des Deutschunterrichts einfließen. Das Forschungsprojekt wird von der Fachhochschule Nordwestschweiz gemeinsam mit der Universität Potsdam und der Stiftung Universität Hildesheim realisiert. Das niedersächsische Projekt wird durch das Programm *Pro Niedersachsen, Niedersachsen Vorab gefördert.
In Niedersachsen haben 1.118 Achtklässlerinnen und Achtklässler bereits aktiv an der Studie teilgenommen. Sie verteilen sich auf 15 Hauptschul-, 18 Realschul-, 19 Gymnasial- und sechs IGS-Klassen. Parallel dazu hat eine vergleichbar große Gruppe an Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften in der Schweiz an der Studie teilgenommen. Es gibt bereits Zwischenergebnisse.

Zwischenergebnisse
Training, Selbstkonzept als Leser oder Leserin und Einführung in die literarische Kultur werden als gleichermaßen zentral betrachtet. Wer gut liest, liest mit großer Wahrscheinlichkeit auch gerne, und wer gerne liest, liest meist auch gut. Die Förderung von Lesemotivation und das Trainieren der Lesegeläufigkeit gehen daher Hand in Hand.
Trotz der medialen Konkurrenz, in der das Lesen in der Freizeit der Jugendlichen inzwischen steht, findet es begeisterte Anhängerinnen und Anhänger. Für manche ist ein gelesenes Buch eine „Trophäe“ und jeder gewonnene Bücherregal-Zentimeter ein Erfolg. Andere „entfliegen“ beim Lesen in ferne Welten. Im Gespräch mit den Lehrkräften der teilnehmenden Schulen zeigte sich jedoch, dass bei einigen Schülerinnen und Schüler und Literatur große Berührungsängste gegenüber Literatur bestehen. Dass Emotionen, das eigene Ausfüllen von Leerstellen eines Texts und Assoziationen ihre Berechtigung haben und sogar gewünscht sind, ist für manche Jugendliche eine ungewohnte Erfahrung. Gleichzeitig sind die Grundvoraussetzungen an den unterschiedlichen Schulformen sehr heterogen. Während einige Klassen auch nach starker Vorentlastung der Texte mehrere Lesedurchgänge benötigen, können andere recht schnell in die Analyse einsteigen.

Auswahl von Klassenlektüren
Die Auswahl von Klassenlektüren findet für die Lehrkräfte im Spannungsfeld von Gegenstands- und Schülerorientierung statt. Die TAMoLi-Befragung ergab, dass sich Lehrkräfte dabei besonders an bewährten Texten, Ratschlägen aus dem Kollegium, den inhaltliche Interessen der Klassen und der eigenen Begeisterung orientieren. Konkrete Vorschläge der Schülerinnen und Schüler werden weniger berücksichtigt. Dabei scheint sich die Lektüreauswahl stark zu individualisieren. Von 66 genannten Romanen, die in den befragten 8. Klassen gelesen wurden, wurden nur 14 Titel mehrfach genannt.
Die Schülerinnen und Schüler wünschen sich, dass auch Gattungen ihrer Freizeitlektüre, insbesondere Science Fiction-, Fantasy-, Comics und Abenteuer-Literatur, im Schulunterricht eine größere Rolle spielen. Außerdem sind bei Ihnen Bücher besonders beliebt, die in Serie erscheinen und/oder medial adaptiert werden.

Neue Ideen für den Lese- und Literaturunterricht
In einem Workshop am Nachmittag präsentierte eine Referentin der Akademie für Leseförderung Niedersachsen den Lehrkräften aktuelle Titel der Kinder- und Jugendliteratur, die sich zum Einsatz im Schulunterricht eignen. Pro Doppeljahrgang wurden jeweils drei Bücher mit Materialien und methodischen Ideen zur Umsetzung in der Schule vorgestellt und teilweise von den Teilnehmenden erprobt. Neben Karaoke-Lesen, Buchvorstellungen mit Pecha Kucha und Chatten auf Papier lernten die Lehrkräfte auch Methoden zur Auswahl einer Klassenlektüre wie „Mein schönster erster Satz“ und „Fundstücke“ kennen.

Symbolbild: stux via pixabay
Logo: Fachhochschule Nordwestschweiz, Stiftung Universität Hildesheim, Universität Potsdam

 

Die Reihe „billi – ich lese zweisprachig“ wurde für Leseanfängerinnen und -anfänger konzipiert, die neben Deutsch eine weitere Sprache sprechen oder auch lesen können. Es sind kurze, abgeschlossene Geschichten mit großformatigen Illustrationen. Auf den Seiten steht eine überschaubare Textmenge und die Anzahl der Figuren ist übersichtlich. Die Bücher aus dieser Reihe eigenen sich auch zum Vorlesen. Am Ende der Geschichten können die Kinder in beiden Sprachen das Leserätsel zum Buch lösen.
Protagonist in „Das kleine Wunder“ ist Nils, der nach einem verlorenen Tischtennisspiel seinen Tischtennisball im hohen Gras nicht wiederfinden kann. Auf der Suche danach gerät er ins Stolpern und trifft auf ein „Etwas“, ein kleines Wesen, welches sich selbst als „kleines Wunder“ bezeichnet. Das kleine Wunder führt einige Beispiele von kleinen Wundern an, die seine Familienmitglieder vollbracht haben, ohne dass diese von den Menschen überhaupt bemerkt wurden, wie beispielsweise das Auffangen eines von einem Baum stürzenden Jungen.
Während Nils und das „kleine Wunder“ im Gras liegen und plaudern, fällt Nils Blick plötzlich auf seien verlorengeglaubten Ball. Als er sich an das kleine Wunder wenden will, ist dieses aber verschwunden.
„Das kleine Wunder“ ist in Deutsch und Arabisch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Russisch, Spanisch oder Türkisch erhältlich. Diese Ausgabe aus der Reihe eignet sich besonders für Jungen.
Nach dem Lesen kann über die alltäglichen kleinen Wunder gesprochen werden oder die Kinder denken sich eigene kleine Wunder in der Art aus, wie das kleine Wunder sie in der Geschichte erzählt. Wer noch nicht schreiben kann, malt die erfundenen Geschichten als Bildsequenz oder nimmt den Text als Audio auf.

Lena Hesse: Das kleine Wunder. München: Edition bi:libri, 2017 (Reihe billi – ich lese zweisprachig)

Cover: Edition bi:libri

Der Vortrag von Dr. Birgit Dankert findet am 17. Juli 2018 um 17 Uhr in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover statt.

12.09.2018 - 14.09.2018

Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien, Akademie Loccum

11.11.2019 - 13.11.2019

Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien, Akademie Loccum

Bilderbuchsonntag zum Thema „Mittelalter“ von 10 bis 14 Uhr in der Stadtbibliothek Hildesheim.

Zielgruppe:

Akteure in der Leseförderung, Interessierte aus Wissenschaft und Praxis

Programm:

Geschichten, Literatur und Lesen haben für interkulturelle Lern- und Leseprozesse eine wichtige Bedeutung. Während dieser Tagung sollen wissenschaftliche Erkenntnisse in Vorträgen und gute Beispiele aus der Praxis im Rahmen von Werkstattgesprächen vorgestellt werden.

13:30 Uhr

Ankommen, Stehcafé

14:00 Uhr

Begrüßung Anne May, Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Grußwort Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur

Vortrag Prof. Dr. Karin Vach, Pädagogische Hochschule Heidelberg
Potenziale aktueller Kinder- und Jugendliteratur in einer kulturell heterogenen Gesellschaft

Lesung und Interview Mehrnousch Zaeri-Esfahani
33 Bogen und ein Teehaus,
Hammer-Verlag
Die 1974 in Isafahan/Iran geborene Autorin flüchtete 1986 mit ihrer Familie nach Deutschland. In dem mehrfach ausgezeichneten Buch erzählt Mehrnousch Zaeri-Esfahani  ihre eigene Geschichte von der Flucht aus dem Iran und vom Ankommen in Deutschland.

15:30 - 16:00 Uhr

Kaffeepause

16:00 und 17:00 Uhr

Werkstattgespräche

1: Projekt „1001 Sprache: bilingual picturebooks“
Martin Gries, Bücherpiraten Lübeck

2: Textfreie Bilderbücher: in allen Sprachen lesbar!
Katrin Seewald, Dipl. Bibliothekarin
Katja Eder, Literatur- und Medienwissenschaftlerin
Welche Chancen und Möglichkeiten eröffnet die Arbeit mit textfreien Bilderbüchern, besonders dann, wenn sie in Gruppen mit verschiedenen Herkunftssprachen eingesetzt werden? Der Workshop lädt zum Ausprobieren und Kennenlernen von aktuellen Titeln ein, macht aber auch mit Klassikern des Genres bekannt.

3: Angebote Öffentlicher Bibliotheken zur interkulturellen Integration, Cornelia Schröter, Büchereizentrale Niedersachsen

4: AMIRA: Leseprogramm für Grundschulkinder in neun Sprachen,
Elisabeth Simon, Lehrerin
Das Programm AMIRA (www.amira-lesen.de) ist konzeptionell auf Vielfalt angelegt. Die Protagonisten der in neun Sprachen erzählten Geschichten kommen aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Die Handlungsorte befinden sich in verschiedenen Ländern der Erde. Im Workshop wird gezeigt, wie mit Hilfe der interaktiven Möglichkeiten und dem angebotenen Material Kinder mit unterschiedlichen Herkunftssprachen  über das Hören und Lesen zum Gespräch über das Gelesene angeregt werden können.

5: „33 Bogen und ein Teehaus“: Impulse zum Einsatz des Buches, Mehrnousch Zaeri-Esfahani
Durch die Perspektive des Kindes und den wahren Hintergrund können Kinder und Jugendliche sich sehr schnell in die Protagonistin versetzen. Universale Gefühle wie Abschied und Verlust, aber auch solche wie Hoffnung und der Wunsch geliebt zu werden können anhand der einzelnen Episoden erforscht und besprochen werden. Die Protagonistin wird somit aus der Rolle des hilfsbedürftigen Flüchtlings herausgeholt und zu einem Menschen wie "Du und Ich" gemacht. Eine Handreichung des Carlsen-Verlages für Lehrkräfte wird vorgestellt.

Zeitgleich kann die Wanderausstellung „1000 Bücher – 1000 Sprachen“ des Bundesverbands Leseförderung besucht werden.

Teilnehmerzahl:

100

Termin:

Mi., 7. November 2018, 13:30 – 18:00 Uhr

Ort:

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostraße 8, 30169 Hannover

Veranstalter:

Akademie für Leseförderung Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Stiftung Lesen und der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

Teilnahmegebühr:

keine

Anmeldeschluss:

1. November 2018

Alle Infos zum Download (PDF, 395 KB)

Die Kinderbuchautorin Nina Weger wurde von der Interessengruppe Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels als Lesekünstlerin des Jahres 2018 ausgezeichnet. Der Preis wurde im März im Rahmen der Leipziger Buchmesse verliehen.

„Lebendig und ausdrucksstark – so ist Nina Weger, wenn sie auf der Bühne ihre Figuren verkörpert. Als ehemalige Zirkuskünstlerin untermalt sie ihre Lesungen immer auch mit kurzen Akrobatikeinlagen. Sie lebt ihre Figuren, geht auf ihr Publikum ein und begeistert so nicht nur die jüngeren Leser, sondern zieht auch Jugendliche in den Bann. Das macht Nina Weger zu einer wahren Lesekünstlerin“, heißt es in der Begründung der Jury.

Für Nina Weger selbst sind Lesungen etwas Wunderbares: „[...] Nie erhält man eine so unmittelbare, unverfälschte und direkte Reaktion auf seine Geschichte, wie vor Publikum. Außerdem sind meine Zuhörer (meist sind es ja Kinder von der dritten bis zur sechsten Klasse) schonungslos ehrlich - das gilt für Komplimente genauso wie für kritische Anmerkungen. Für mich gibt es nichts Schöneres, als gemeinsam in die Geschichte einzutauchen und zu einer verschworenen Gemeinschaft zu werden. Und wenn am Ende der Lesung die Frage im Raum steht ‘Wie geht es jetzt weiter?‘, dann ist alles gut.“

Seit 2009 wird jährlich eine Lesekünstlerin oder ein -künstler für besonders gelungene Lesungspraxis ausgezeichnet. Bibliotheken und Buchhandlungen schlagen dafür Kinder- und Jugendbuchautorinnen und -autoren vor, die sie für eine Lesung zu Gast hatten. Der Preis wirkt wie ein Signal für Lesungen, die dem Publikum als eindrucksvolle Erlebnisse im Gedächtnis bleiben.

Nina Wegers Engagement geht über ihre Lesungen hinaus. Gemeinsam mit einem Team motivierter Unterstützerinnen und Unterstützer organisiert sie im Mai 2018 mit Salto Wortale ein Kinderliteraturfestival der etwas anderen Art. Darüber hinaus leitet sie ehrenamtlich den Kinderzirkus Giovanni.

Symbolbild Vorhang: EliElschi via pixabay
Foto Nina Weger: Udo Weger

23.11.2018 - 25.11.2018

Tagung des Arbeitskreises für Jugendliteratur e. V. zu Filmadaptionen von Kinder- und Jugendbüchern.
Das Programm und Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

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