Der Traum von Olympia: ein Flüchtlingsschicksal

Die junge somalische Läuferin Samia Yusuf Omar nimmt 2008 an den Olympischen Spielen in Peking teil. Obwohl sie nicht unter den Ersten ist, ist ihre Familie stolz auf das Mädchen. Zurück in Somalia trainiert Samia unermüdlich weiter mit dem Ziel 2012 in London wieder dabei zu sein. Obwohl sie in ihrer Familie viele zusätzliche Verpflichtungen übernehmen muss und die Trainingsbedingungen im Stadion in Mogadischu alles andere als gut sind, lässt sie sich nicht davon abhalten.

Erst, als die herrschenden muslimischen Fundamentalisten es ihr verbieten, als Frau Sport zu treiben, entschließt sie sich, ihrer Schwester nachzufolgen und nach Europa zu fliehen. Ihre Odyssee durch Äthopien, Sudan und Libyen dauert fast ein Jahr und ist geprägt von Ausharren, Willkür und Gewalt. Es gelingt ihr über facebook in Kontakt mit ihrer Familie und ihren Freunden zu bleiben. Diese Einträge nimmt Reinhard Kleist als Quelle für seine Biographie, die kein gutes Ende hat. Bei dem Versuch mit einem Schlauchboot Europa zu erreichen, ist Samia im Mittelmeer ertrunken. Reinhard Kleist will mit dieser Biographie „dazu beitragen, unser Bewusstsein dafür wachzuhalten, dass sich hinter den Randnotizen der Medien zur Flüchtlingspolitik Schicksale und hinter den abstrakten Zahlen Menschenleben verbergen.“

Reinhard Kleist wurde bereits 2013 mit seiner über den jüdischen Boxer Hertzko Haft verfassten Graphic Novel mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie „Sachbuch“ ausgezeichnet. "Der Traum von Olympia" wurde mit dem LUCHS-Preis 2015 prämiert.

Weitere Buchtipps finden Sie in der Literaturliste „Kinder- und Jugendbücher zum Thema Flucht.“

Reinhard Kleist: Der Traum von Olympia. Hamburg: Carlsen, 2015. Ab 14 Jahren. Auch im Unterricht einsetzbar.

Cover: Carlsen

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