„Gegen den Strom schwimmen“: eine Fluchtgeschichte

50 Kilometer durch die Ostsee schwimmen: Das ist für Hanna und ihren Freund Andreas 1989 die einzige Möglichkeit, dem engen Leben in der DDR zu entkommen. Besonders Andreas eckt an und bekommt zunehmend Schwierigkeiten mit regimetreuen Lehrern. Er wird einige Zeit in einen Jugendwerkhof eingesperrt. Hanna und Andreas kommen auf die wahnwitzige Idee, von Warnemünde nach Fehmarn zu schwimmen, wie es in Wirklichkeit vermutlich mehr als 5.000 andere DDR-Bürger auch versucht haben.

Dorit Linke (geb. 1971) ist Leistungsschwimmerin und selbst in der DDR aufgewachsen. Ihr gelingt es eindrücklich diese ungewöhnliche Fluchtgeschichte so zu erzählen, dass man als Leserin bzw. Leser das Gefühl hat, man selbst schwimme durch die Ostsee und kämpfe mit den Wellen, dem Hunger, der Dunkelheit, der Kälte und der Müdigkeit. Rückblenden in Ereignisse aus der Vergangenheit  in der DDR wechseln sich ab mit Schilderungen der Fluchtvorbereitung und des Schwimmmarathons.

Ein spannender Roman für Jugendliche ab 15 Jahren, der Ansätze zur Diskussion über die aktuelle Flüchtlingsproblematik bietet. Eingestreute DDR-Witze sorgen für komische Elemente und erleichtern heutigen Jugendlichen den Zugang zu diesem historischen Thema. 

Der Roman wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 in der Sparte Jugendbuch nominiert und war im Januar 2015 unter den „7 besten Büchern für junge Leser.“

Dorit Linke: Jenseits der blauen Grenze. Bamberg: magellan, 2014. Ab 15 Jahren.

Cover: magellan

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