Buchrezensionen von und für Schülerinnen und Schüler

Seit Oktober 2006 bietet das Online-Journal Lesepunkte.de eine Plattform für Schülerinnen und Schüler, um selbstgeschriebene Buchrezensionen zu veröffentlichen. Mit der Website wird den Kindern und Jugendlichen ein digitaler Anreiz gegeben, ihre Lese- und Schreibkompetenzen zu verbessern. Neben dem Verfassen von Rezensionen machen Interviews, z.B. mit Jugendbuchautorinnen und -autoren, Lese- und Hörproben und zahlreiche Projekte und Veranstaltungen rund um das Thema Lesen Lust auf Literatur. Auch die Wilhelm Raabe Schule in Hannover ist an dem Leseförderprojekt beteiligt. Heiko Eichenberg, Lehrer für Deutsch, Politik und Wirtschaft, betreut das Programm und hat uns seine ersten Erfahrungen geschildert.

Kostenlose Bücherpakte zur Förderung der Lese- und Schreibkompetenz
 

Vor vier Jahren belebte Eichenberg bereits die Schülerzeitung „Raabenfeder“ in Form eines Blogs wieder. Mit dem Projekt Lesepunkte bietet der engagierte Lehrer nun eine weitere Möglichkeit an, die Lese- und Schreibkompetenzen zu verbessern. „Das Programm ist anspruchsvoll und richtet sich vor allem an motivierte Leser und Schreiber“, so Eichenberg. Bei der ersten Rezensionsrunde beschränkte er sich deswegen auf schreibgewohnte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Schülerzeitungs-AG. Vom Alter und Interessengebiet der Teilnehmenden ausgehend, wird der Schule kurze Zeit später ein kostenloses Bücherpaket mit Rezensionsexemplaren aus der Lesepunkte-Redaktion in Köln zugesendet.

Ohne Druck und mit viel Spaß – Buchrezensionen schreiben
 

Die Teilnehmenden lesen das Buch, das für sie ausgesucht wurde, und verfassen eine Rezension im Umfang von 2.000 bis 4.000 Wörtern. Dabei steht der Spaß am Lesen und Schreiben im Vordergrund. Bei Bedarf helfen ein Leitfaden der Lesepunkte-Redaktion sowie die Lehrkräfte. Auch in der Raabenfeder-AG werden die Rezensionen thematisiert. „Eine geeignete Überschrift für die Rezension zu finden, war das größte Problem“, berichtet Eichenberg. Für ihr rezensiertes Buch vergeben die Schülerinnen und Schüler bis zu fünf Lesepunkte. In der ersten Runde schnitten dabei die Bücher „Bus 57“ und „Schamlos“, die sich mit dem Thema Diversität auseinandersetzen, besonders gut ab.

Autorenverträge für Rezensentinnen und Rezensenten
 

An der Buchauswahl wird deutlich, dass das Projekt Lesepunkte nicht nur den Spaß am Lesen und Schreiben fördert, sondern auch zum Nachdenken über gesellschaftliche Themen anregt. Des Weiteren kann das Projekt Berufsperspektiven eröffnen: „Eine Schülerin aus der 11. Klasse“, so Eichenberg, „hat das Projekt und die Mitarbeit in der Raabenfeder-AG dazu inspiriert, ein Praktikum bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zu machen.“ Dass die Schülerinnen und Schüler auf der Internetplattform selbst als Autoren in Erscheinung treten und ihre Veröffentlichungen Familie und Freunden zeigen können, ist ein besonderer Anreiz, sich an dem Projekt zu beteiligen. „Die Schülerinnen und Schüler unterzeichnen sogar richtige Autorenverträge“, berichtet Eichenberg.

Nach vier bis sechs Wochen Bearbeitungszeit redigiert Eichenberg die Rezensionen und schickt sie dann an die Redaktion in Köln, wo die Texte nochmals korrigiert werden. Anschließend werden die Rezensionen auf der Website des Projekts sowie auf dem Schulblog veröffentlicht. Die Bücher können die Schülerinnen und Schüler behalten. Erst wenn alle fünf Rezensionen bei der Redaktion eingegangen sind, kann ein weiteres Rezensionspaket bestellt werden.

Zweite Rezensionsrunde läuft an
 

Mit der ersten Rezensionsrunde sind Eichenberg und die Teilnehmenden zufrieden. Die Schülerinnen und Schüler haben bereits Interesse bekundet, erneut teilzunehmen. Allerdings müssen sie sich noch etwas gedulden: Eichenberg freut sich über eine lange Warteliste für das Projekt. Nach dem Testlauf mit den Mitgliedern der Schulblog-AG, können nun alle Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse an den nächsten Rezensionsrunden teilnehmen.

Die Rezensionen der Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Raabe Schule sind in Kürze auf Lesepunkte.de und dem Schulblog „Raabenfeder“ zu lesen.

Sie möchten ebenfalls mit Ihrer Schule an dem Projekt „Lesepunkte“ teilnehmen? Auf der Website finden Sie weitere Informationen und Kontaktdaten.

© Logos: Lesepunkte, Wilhelm Raabe Schule, Foto: Heiko Eichenberg

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