Im Gespräch mit Bülent Ceylan

Bülent Ceylan ist ein bekannter deutscher Komiker und Schauspieler. Seine Mutter ist Deutsche, sein Vater war Türke. Er gewann bereits diverse Preise wie den deutschen Comedypreis, die Goldene Schallplatte und die 1LIVE Krone. Seit 2013 ist er Lesebotschafter der Stiftung Lesen und engagiert sich zudem mit seiner eigenen Stiftung „Bülent Ceylan für Kinder“ seit 2017 für viele weitere soziale Projekte bei denen Kinder im Mittelpunkt stehen. Bülent Ceylan erhielt am 21. November 2018 den Deutschen Lesepreis in der Kategorie „Sonderpreis für prominentes Engagement“ und wir haben mit ihm vor Ort gesprochen.

Herr Ceylan, erst einmal möchte ich Ihnen zum Deutschen Lesepreis 2018 gratulieren und mich persönlich bei Ihnen für Ihr Engagement in der Leseförderung bedanken. Seit 2013 sind Sie bereits Lesebotschafter bei der Stiftung Lesen. Wie kam es dazu?

Als mich Irina Wartenpfuhl von der Stiftung Lesen gefragt hat, ob ich mich engagieren möchte, war ich sofort bereit, weil Lesen das A und O ist. Wenn man selbst Familienvater ist, dann weiß man, wie wichtig Vorlesen ist. Das hat für mich Priorität. Es ist ganz wichtig, dass man bei den Kindern anfängt, denn es fördert unheimlich die Bildung. Das merke ich auch bei meinen eigenen Kindern. Sowohl meine Frau, die Mutter, als auch ich achten sehr darauf, dass abends vorgelesen wird. Meine Kinder wollen meistens schon, dass wir ihnen mittags vorlesen. Fernsehen ist bei uns etwas ganz Besonderes und so soll es auch bleiben. Wenn wir beispielsweise König der Löwen gucken, sind meine Kinder ganz aufgeregt. Kinder sehen die schlimmen Dinge, die im Fernsehen oder Internet laufen, früh genug. Solange man sie noch schützen kann, sollte man das tun.

Welche Rolle spielten Bücher und Lesen in Ihrer Kindheit?

In meiner Kindheit war es so, dass meine älteren Geschwister darauf geachtet haben. Das lag natürlich auch an der Generation meiner Eltern. Mein Vater hat nicht vorgelesen. Er sprach zwar deutsch, hat aber von morgens bis abends schwer in der Baubranche gearbeitet. Er konnte das, was er in der Türkei gelernt hat, hier nicht anwenden. Wenn er nach Hause kam, war ich schon im Bett. Meine Mutter hatte mit vier Kindern genug um die Ohren. Meine Mutter war ein Nachkriegskind und hatte es nicht einfach. Sie hat auch mal etwas vorgelesen, aber sie hat nicht so sehr darauf geachtet, wie ich bei meinen Kindern. In unserer Familie ist es ein Ritual. Weil es in meiner Kindheit so unregelmäßig war, achte ich bei meinen Kindern umso stärker darauf. Und ich merke, dass sie es gerne haben.

Sie setzen sich nicht nur für die Leseförderung ein, sondern haben auch eine Stiftung „Bülent Ceylan für Kinder“ gegründet. Was sind aktuell für Sie die wichtigsten Themen, auf die Sie aufmerksam machen wollen?

Meine Kinderstiftung ist natürlich für alles offen, was mit Kindern zu tun hat. Deswegen geht das Preisgeld heute an meine Stiftung für ein spezielles Projekt: „Eine Stadt liest ein Kinderbuch“. Wir haben schon Frühchenstationen und Kindergärten in sozialen Brennpunkten gefördert. Es sind also verschiedene Projekte, die wir unterstützen und bei denen ich mich engagiere. Wir sind noch ganz frisch. Meine Stiftung gibt es erst seit dem Sommer 2017. Solche Projekte, wie auch heute der Lesepreis, machen uns immer bekannter. Das schöne ist, dass wir dann in einem Gremium zusammen sitzen, unter anderem ist in diesem Gremium auch Hansi Flick, der ehemalige Co-Trainer von Jogi Löw, und wir entscheiden dann gemeinsam. Bei einem neuen Projekt mit Franziska van Almsick sammeln wir kurz vor Weihnachten bei einer Charity-Veranstaltung Geld für meine Stiftung und für ihren Verein.

Vielen Dank für das Gespräch!

Fotos: Stiftung Lesen

Die Fragen stellte Anne Minnerup.

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