„Lesen – eine wahre Superkraft“: Startschuss für den Nationalen Lesepakt

Am 3. März 2021 fand die Auftaktveranstaltung zum Nationalen Lesepakt statt. Über einen Livestream konnten Interessierte das Programm, moderiert von der ZDF-Moderatorin Marietta Slomka, online verfolgen.

Der Nationale Lesepakt ist eine Initiative der Stiftung Lesen und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Über 150 Partner haben es sich zum Ziel gesetzt, die Leseförderung in Deutschland nachhaltig zu verbessern und allen Kindern und Jugendlichen das Lesenlernen zu ermöglichen. Mit dabei sind neben Verbänden, Medien, Verlagen und Krankenkassen auch staatliche und politische Einrichtungen wie das Europäische Parlament, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, die Kultusministerkonferenz sowie die Bundesagentur für Arbeit. Mit dem Deutschen Bibliotheksverband, der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen, dem Arbeitskreis für Jugendliteratur, dem Bundesverband Leseförderung sowie dem Friedrich-Bödecker-Kreis sind ferner die wichtigsten bundesweiten Einrichtungen zur Leseförderung vertreten. Schirmherrin des Lesepaktes ist Anja Karlicek, Bundesministerin für Bildung und Forschung.
Laut aktueller Bildungsstudien können 20% der Kinder am Ende der 4. Klasse nicht ausreichend lesen, um Texte zu verstehen. Mit dem Lesepakt soll allen Kindern in Deutschland das Lesen ermöglicht werden. Dazu ist es notwendig, das gesellschaftliche Engagement für das Lesen zu steigern und gute Angebote für all jene zu schaffen, die junge Menschen beim Lesenlernen unterstützen.

Auftaktveranstaltung: Nationaler Lese-Summit
In der von Marietta Slomka, der Lesebotschafterin der Stiftung Lesen, moderierten Auftaktveranstaltung am 3. März betonten die Initiatoren, Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, und Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins, die Bedeutung des Lesens als Schlüsselqualifikation für alle Bereiche und die Dringlichkeit und Notwendigkeit des nationalen Zusammenschlusses.

Wissenschaftliche Expertise
Expertinnen und Experten unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen wie der Neuropsychologie, dem Qualitätsmanagement im Bildungswesen, der internationalen Schulbuchforschung, der sprachlichen Bildung und Mehrsprachigkeit, der Migrationsforschung sowie des Bibliothekswesens erläuterten die Bedeutung des Lesens in der heutigen Gesellschaft aus Sicht ihrer Fachwissenschaft: 

  • Lesen ist keine angeborene Fähigkeit, sondern muss erlernt und geübt werden.
  • ​Lesen ist eine notwendige Voraussetzung für Selbstwirksamkeit.
  • Leseförderung beginnt bereits im frühkindlichen Alter.
  • Die Familie ist ein wichtiger Partner in der Leseförderung.
  • Lesen muss kontinuierlich und systematisch unter Einbeziehung vieler Akteurinnen und Akteure gefördert werden.
  • Die Herkunftssprache der Kinder ist ein wichtiges Potential, das beim Lesenlernen und der Auswahl der Bücher berücksichtigt werden muss.
  • ​Lesenlernen schließt das Lesen von Printmedien und digitalen Medien ein.
Expertise aus der Leseförderpraxis
Es gibt bereits viele erfolgreiche Projekte und Initiativen, die die Leseförderung bundesweit unterstützen. Eine Auswahl präsentierte sich beim Nationalen Lese-Summit:

Erfolgreiche Leseförderung in Niedersachsen
Seit vielen Jahren leistet die Akademie für Leseförderung Niedersachsen einen wichtigen Beitrag. Hier haben sich mit dem Kultusministerium, dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek und der Stiftung Lesen verschiedene Partner zusammengeschlossen, um das Lesen und die Leseförderung zu unterstützen. Mit ihrem vielseitigen Qualifizierungsangebot, ihrem Internetportal mit zahlreichen Praxistipps zur Leseförderung und der Vernetzung mit bundes- und landesweiten Partnern unterstützt die Akademie für Leseförderung das Ziel, jedem Kind einen Zugang zur „Superkraft Lesen“ zu ermöglichen. In Niedersachsen wird zudem mit dem Projekt des Niedersächsischen Kultusministeriums „Lesen macht stark Niedersachsen“ an mehr als 150 Schulen verstärkt in dieser Richtung gearbeitet.

Seit Sommer 2020: Lesen macht stark Niedersachsen
Im August 2020 startete das Projekt mit zunächst ca. 150 Schulen für einen Zeitraum von drei Jahren. Ziel ist es, die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler durch eine systematische und durchgängige Leseförderung zu verbessern und damit die Anzahl der schwächeren Leserinnen und Leser zu verringern. Das Programm unterteilt sich in Primarbereich und Sekundarbereich I. Es werden Fortbildungsveranstaltungen sowie Arbeitsmaterialien angeboten, die vor allem die Systematik der Leseförderung unterstützen. Mehr

Hier geht’s zur Seite des Nationalen Lesepakts und zur Pressemitteilung der Stiftung Lesen.

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