Leseverstehen oder Literarische Bildung? Beides! - Herbstakademie 2019

Wie lassen sich die beiden zentralen Ziele Leseverstehen und Literarische Bildung im Deutschunterricht am besten verbinden? Dieser Frage ging die fünfte Herbstakademie der Akademie für Leseförderung am 6. November 2019 nach. Die enge Zusammenarbeit mit dem Projekt TAMoLi und der Universität Hildesheim, sowohl bei der Planung als auch in der Durchführung, ermöglichte einen nachhaltigen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.

Fast 100 Teilnehmer bei der fünften Herbstakademie

Etwa 95 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Niedersachsen lernten in 7 vielseitigen Workshops, wie sie die Ergebnisse aus dem Projekt TAMoLi produktiv für ihren Unterricht nutzen können. Unterstützt wurde die Tagung außerdem vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Stiftung Lesen und der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek.

In diesem Jahr begrüßte Dr. Annette Schwandner, Leiterin der Kulturabteilung aus dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, gemeinsam mit Anne May, Bibliotheksdirektorin, die Teilnehmenden in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. Schwandner betonte die Wichtigkeit, sich mit den neusten Erkenntnissen aus der Wissenschaft ebenso auseinanderzusetzen wie mit zielführenden Methoden der Praxis, um positive Literaturerlebnisse zu schaffen.

Einblicke aus dem Projekt „TAMoLi“

„Die Literatur ist der wichtigste Weg, sich selbst und die Welt zu verstehen, denn Literatur hat mit Welt zu tun“, so Prof. Dr. Irene Pieper von der Universität Hildesheim. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Studien, dass Schülerinnen und Schüler oft nicht über basale Lesefähigkeiten verfügen. Gemeinsam mit  Prof. Dr. Andrea Bertschi-Kaufmann von der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Universität Basel ging Pieper in der Studie TAMoLi  – Texte, Aktivitäten und Motivationen im Lese- und Literaturunterricht in der Sekundarstufe I der Frage nach, wie Lehrkräfte die Ziele Leseverstehen und Literarische Bildung in der Sekundarstufe I gewichten. Die Ergebnisse stellten die beiden Literaturdidaktikerinnen in einem Impulsvortrag vor. In unserem Interview gaben die Wissenschaftlerinnen ebenfalls Einblicke in die Ergebnisse ihres Projektes.

Workshops über digitale Methoden der Leseförderung und aktuelle Kinderliteratur

Vor dem Hintergrund der Forschungsergebnisse lernten die Teilnehmenden in zwei Workshoprunden verschiedene Anregungen für die Praxis des Lese- und Literaturunterrichts kennen. Die Themen reichten von „Fantastische Lektüren und wo sie zu finden sind“ über „Lese- und Literaturunterricht mit dem Tablet“ bis hin zu „Aktuelle Kinderliteratur für die Jahrgangsstufen 5/6“.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr Informationen zu den Workshops und Materialien der Referentinnen und Referenten erhalten Sie hier.

Literarische Kostprobe zum Abschluss

Abschließend gab Autor Finn-Ole Heinrich einen exklusiven Einblick  in ein unveröffentlichtes Buchprojekt. „Es ist erstaunlich, wie weit man mit Pekka kommt“, denkt sich der 11-jährige Protagonist, als er mit seinem Freund Pekka ohne Begleitung verreist. Die zwei ungleichen Freunde machen sich spontan auf den Weg, was Heinrich durch eine eindrucksvoll dynamische Darbietung betont. In einer anschließenden Diskussion erläuterte der Autor, warum er nicht für eine bestimmte  Zielgruppe schreibt. Ein Interview mit dem Autor finden Sie hier.

Zum Abschluss der Tagung präsentierte die Akademie für Leseförderung Niedersachsen ihren Lesekalender für das Jahr 2020, der verschiedene Methoden vorstellt, wie Kinder und Jugendliche mit Sachbüchern zum Lesen motiviert werden können. Sie können den Lesekalender ab sofort unter alf@gwlb.de gegen eine Schutzgebühr von € 5 bestellen.

 Zur Fotogalerie

© Fotos: Jutta Wollenberg, Niels Staffenbeck (GWLB), Akademie für Leseförderung Niedersachsen

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