Im Rahmen des Programms  „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“, welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und der Stiftung Lesen durchgeführt wird, steht die App "Lesestart zum Lesenlernen" kostenlos zur Verfügung.
Das bekannte Lesestart-Känguru führt durch das Programm.

Es kann jeweils eine Geschichte aus den Büchern, die in der dritten Phase an die Eltern der Schulanfänger mit den Lesetaschen verteilt wurden, in der App gelesen werden. Die Bilder sind animiert und fordern zu kleinen Spielaktionen auf, ohne aber zu sehr vom Text abzulenken.

Zu Beginn hüpft Känguru-Mama mit dem Kind im Beutel zur Bücherei, in der durch einen Windstoß einige Bücher aus den Regalen gefallen sind. Es sind die Lieblingsbücher des kleinen Kängurus.
Nun wählt sich das Kind eines dieser Bücher aus und entscheidet sich zwischen „Alleine lesen“, „Gemeinsam lesen“ oder „Hüpfen“ (= Spielen). Leider sind die Texte sehr schnell eingelesen, sodass noch sehr ungeübte Leserinnen und Leser nicht gleichzeitig mitlesen können, sondern der Geschichte nur zuhören können.

Über den Fragezeichen-Button können Eltern in einen Elternbereich gelangen, in dem man durch das Lösen einer Rechenaufgabe gelangt, was für pfiffige Kinder keine Hürde darstellt.
Die App steht für IOS und Android-Geräte zur Verfügung.

Lesestart zum Lesenlernen 4+ von the Good Evil GmbH; https://www.lesestart.de/

Cover: Lesestart-Programm

Um die Unterrichtsqualität im Bereich der Leseförderung zu verbessern, ist ein Basiswissen über Lesekompetenz und die Bedeutung der Leseförderung bei allen Kolleginnen und Kollegen einer Schule unerlässlich. Damit alle Lehrkräfte im Unterricht ihre Schülerinnen und Schüler systematisch und wirksam fördern und sie in der Entwicklung ihrer Lesekompetenz unterstützen können, ist ein Leseförderkonzept hilfreich. Dieses Konzept sollte auch Materialien und Ideen zur praktischen Umsetzung im Unterricht beinhalten.
Leseförderung muss durchgängig sein, und zwar längs durch alle Jahrgänge und quer durch alle Fächer.
Der Praxisleitfaden „Entwicklung eines schulischen Leseförderkonzepts“ ist für alle Schulformen konzipiert. Die Autoren Krug und Nix wurden bei der Erstellung und Erprobung des von ihnen entwickelten Leseförderkonzepts von Prof. Andreas Gold wissenschaftlich begleitet sowie durch das BISS-Konsortium* beraten. An hessischen Schulen konnte im Rahmen des Projekts das Leseförderkonzept implementiert werden, sodass eine hohe Praxistauglichkeit gegeben ist.
In dem Praxisfachbuch wird zunächst ein Einblick über die Bedeutung von schulischen Leseförderkonzepten vermittelt. Anschließend wird auf den Begriff der „Lesekompetenz“ näher eingegangen. Das Konzept ist in drei Module/Förderdimensionen gegliedert: „Basale Lesefertigkeiten/Leseflüssigkeit“, „Textverstehen und Lesestrategien“ und „Lesemotivation“. In allen Modulen haben die Autoren die „systemische Umsetzung lesefördernder Maßnahmen im Blick“ (S. 16). Viele gängige und erfolgreiche Förderverfahren wie beispielsweise  der Einsatz von Lautlese-Tandems, Strategiefächern oder vom reziproken Lesen wird jeweils kurz beschrieben und das passende Praxismaterial vorgestellt. Hinweise zur Implementierung der einzelnen Verfahren werden am Ende des Buches genannt.
Umfangreiches Downloadmaterial in Form von Checklisten und anderen Arbeitshilfen sowie eine Präsentation (entsprechend der Folien im Buch) ergänzen den Praxisleitfaden. Die Präsentation gibt einem Kollegium einen hervorragenden Überblick über die einzelnen Dimensionen der Leseförderung und kann beispielsweise in einer Schulinternen Lehrerfortbildung zum Einsatz kommen.

Für Schulen, die sich auf den Weg zu einem verbindlichen Lesecurriculum begeben wollen, ist dieses Buch ein Muss.

*Bund-Länder-Projekt BISS – Bildung durch Sprache und Schrift

Ulrike Krug und Daniel Nix: Entwicklung eines schulischen Leseförderkonzepts. Ein Praxisleitfaden für alle Schulformen. Seelze: Friedrich, 2017 (mit Downloadmaterial).

Cover: Friedrich                                                 

Wer hat schon einen Überblick über alle Bücher, die jährlich im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur erscheinen? Dabei sind diese Titel elementar für Bildungseinrichtungen und Bibliotheken, besonders vor dem Hintergrund der Lese- und Sprachförderung. Nicht jedes Buch ist für die gleiche Vermittlungsmethode geeignet. Für einen Überblick im Dschungel der Kinder- und Jugendliteratur und ihre Verankerung in Wissenschaft und Didaktik setzt sich die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) als Wegweiser ein.

Eine lange Geschichte: Die AJuM besteht seit dem 19. Jahrhundert

Wirft man einen Blick auf die Geschichte der AJuM, ist man überrascht. Bereits im Jahr 1858 sind ihre Wurzeln in der Schweiz zu finden. Damals handelte es sich um eine Kommission zur Beurteilung von Jugendliteratur. 1893 erschien dann erstmals ein Verzeichnis empfehlenswerter Jugendliteratur in Deutschland. Seit 1976 ist die Arbeitsgemeinschaft unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien“ tätig. Heute arbeiten ca. 500 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Bundesland an den Rezensionen zur Kinder- und Jugendliteratur, die sich ausschließlich Neuerscheinungen widmen.

Die AJuM und ihre Preise

Wer einen so guten Überblick über die aktuelle Kinder- und Jugendbuchlandschaft hat, kann auch die besonderen Exemplare auszeichnen. Monatlich vergeben Sonderausschüsse der AJuM den LesePeter für ein hervorragendes Bilder-, Kinder-, Jugend- oder Sachbuch. Hinzu kommt jedes zweite Jahr der Heinrich-Wolgast-Preis. Er prämiert speziell Kinder- und Jugendbücher, die das Thema Arbeitswelt bearbeiten. Der Namensgeber des Preises, geboren im Jahr 1860, war Leiter des Ausschusses der Jugendschriftenwarte, dem Vorläufer der AJuM. 

Und die AJuM kann noch mehr…

Das war aber lange noch nicht alles, was zur Arbeit der AJuM zählt. Das Online-Journal „Julim“ informiert zu Literatur und Medien für Kinder und Jugendliche. Es gibt Themenhefte zum Herunterladen und Informationen über Buchmessen, Autorinnen, Autoren und Verlage sowie Buchempfehlungen. Außerdem erstellt AJuM Materialien zu Jugendliteratur und Medien, Leseempfehlungen und veröffentlicht „kjl&m – forschung.schule.bibliothek.“, die älteste deutschsprachige Zeitschrift für Kinder- und Jugendliteratur. All das Fachwissen und die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AJuM werden auch weitergegeben. Dafür organisieren die AJuM-Landesstellen alle drei Jahre eine bundesweite Fortbildungstagung zur Lese- und Medienerziehung.

Die AJuM in Niedersachsen

In Niedersachsen arbeiten derzeit elf Ausschüsse der AJuM. Jedes Jahr treffen sich die Rezensentinnen und Rezensenten sowie Interessierte in der Evangelischen Akademie in Loccum. In diesem Jahr findet die Tagung vom 12. bis 14. September 2018 statt.

Und wer Interesse hat, selbst als Rezensentin oder Rezensent tätig zu werden, kann einfach Kontakt zur zuständigen Landesstelle aufnehmen. Jeder kann Mitglied werden.

Hier gibt es das Tagungsprogramm zum Download.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Fotos: AJuM Niedersachsen

Kann Zuhause wirklich überall sein? In dem Bilderbuch von Kobald und Blackwood dominieren die großformatigen Bilder über den Text. Orange und Rot sind die Farben der Hauptfigur und symbolisieren das „Zuhause“.
Die Hauptfigur, die aus ihrer Sicht erzählt,  hat in der Geschichte keinen richtigen Namen, sondern zu Beginn nennt sie ihren Spitznamen „Wildfang“. Der Leser oder die Leserin erfährt nicht, in welchem Land das Mädchen lebt. Die Hütten, Menschen und Tiere, die im Hintergrund zu sehen sind, könnten so in vielen Ländern zu finden sein. Nach dem Kriegsausbruch muss das Mädchen mit ihrer Tante das Heimatland verlassen und in dem neuen Land ist erst einmal alles fremd. Wo ist die Mutter? Das wird nicht aufgelöst.
Der einzige Ort, an dem sie sich geborgen fühlt ist ihre „…alte Decke aus Worten und Geräuschen.“
Doch dann irgendwann nimmt ein Mädchen auf einem Spielplatz Kontakt zu ihr auf und sie freunden sich an. Sprechen können sie leider noch nicht miteinander, sondern nur über Mimik und Gestik kommunizieren. Schließlich bringt ihr die neue Freundin nach und nach Wörter in der neuen Sprache bei. Nach und nach bilden diese Worte eine zweite Decke, die immer größer wird. Am Ende steht ein wunderbarer Satz: „Ich bin immer ich!“. Die neue Heimat ist nun in Orange- und Rottönen eingefärbt. Die Tante sitzt im Hintergrund mit einer Frau auf der Bank und unterhält sich. Beide fühlen sich Zuhause, ohne ihr altes Zuhause zu vergessen.

Dieses Buch macht Mut und kann in der Kita oder Grundschule zur Sensibilisierung der Kinder beitragen, die noch nie ihr Zuhause verlassen mussten. Kindern mit Fluchterfahrung kommen einige Gefühle bekannt vor und sie haben auch nach einer Zeit erst Freunde gefunden. Schlimme Erlebnisse des Krieges und Verlustes werden nur angedeutet und das Einleben in der neuen Umgebung und das Lernen der Sprache stehen im Vordergrund.
Die zweisprachige Ausgabe eignet sich für ein zweisprachiges Bilderbuchkino.

Material für die Arbeit mit dem Buch:

  1. https://kinderbuch-detektive.de/zuhause-kann-ueberall-sein/?p=2977
  2. https://www.bvoe.at/sites/default/files/attachments/didaktische_materialien_zum_thema_flucht_0.pdf
  3. https://news.rpi-virtuell.de/2016/04/07/meine-zwei-decken-zuhause-kann-ueberall-sein/?dsgvo-confirmed=1531308812

 

Irena Kobald, Freya Blackwood: Zuhause kann überall sein. München: Knesebeck, 2015. Ab 5 Jahren. Zweisprachige Paperback-Ausgabe Deutsch-Arabisch 2016

Cover: Knesebeck

Was wäre, wenn eine rechtsorientierte Partei in Deutschland das Sagen im Land hätte? In dem Jugendroman „Endland“ ist die Nationale Alternative auf dem Vormarsch und sorgt dafür, dass alle Grenzen Deutschlands mit einer gut bewachten Mauer Flüchtinge von einer Einreise abhalten. Sie werden als „Invasoren“ bezeichnet. Flüchtlingslager in Deutschland werden geschlossen und „Abschiebung“ ist ein beliebtes Wort.

Schäuble erzählt seinen Polit-Umwelt-Thriller in drei Handlungssträngen, indem er seine drei Protagonisten Fana, Anton und Noah aus ihren Perspektiven berichten lässt. Anton und Noah sind deutsche Grenzsoldaten, wobei Anton von der Nationalen Alternativen begeistert ist und Noah ein Gegner dieser Abgrenzungspolitik ist. Eigentlich sind die beiden mehr als nur beste Freunde, aber das müssen sie in diesem Land geheim halten. Anton steht in der Gunst bei Offizier Stahlke und wird auf eine geheime Sondermission von der Neuen Nationalen Alternative geschickt. Noah begibt sich auf eine abenteuerliche Flucht aus Deutschland, da er Aktivist ist und seiner im Untergrund arbeitenden Gruppe die Enttarnung droht.

Fana arbeitet in Äthiopien in einem Krankenhaus. In ihrem Land herrscht Armut und Hungersnot. Die Situation spitzt sich immer mehr zu und ihr Ziel einmal Ärztin zu werden nicht realisierbar. Über den Kontakt zu einer deutschen Ärztin gelingt ihr die Flucht und nach einer Flucht, die ihr fast das Leben gekostet hätten, gelangt sie in das letzte Aufnahmelager in Deutschland.

Sie trifft in dem Lager auf Anton, der sich im Auftrag der Neuen Nationalen Alternative als Flüchtling ins Lager eingeschleust hat. Er bekommt von General Stahlke einen äußerst zweifelhaften Auftrag und muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht.

Dieser Jugendroman ist durch die umfangreichen Recherchen des Autors sehr realistisch und viele durch Menschen ausgelöste Katastrophen und geschürte Ängste werden thematisiert. Aber auch die wesentlichen menschlichen Werte im Umgang miteinander in Extremsituationen zeigt Schäuble detailliert.

Der Roman eignet sich als fächerübergreifende Lektüre in Klasse 9/10, da Themen der Fächer Politik, Geschichte und Religion/Werte und Normen aufgegriffen werden. Im Deutschunterricht können die Veränderungen der Protagonisten herausgearbeitet und literarische Gespräche geführt werden.

Martin Schäuble: Endland. München: Hanser, 2017. Ab 14 Jahren.

Cover: Hanser

Sascha hat kurze Haare und liebt Fußball über alles. Und sie hat große Pläne: Sie möchte Profi-Fußballerin werden – und ja, Sie haben richtig gelesen: Sascha ist ein Mädchen. Ihr großes Vorbild ist Profi-Fußballerin Abby Wambach aus den USA. Saschas Bruder Niki ist fasziniert von wilden Mustangs und schmökert gerne Pferdegeschichten. Beide Kinder stoßen schnell darauf, dass ihre Leidenschaften als ungewöhnlich gelten: Pferdebücher, in denen die Jungen die Hauptrolle spielen, gibt es genauso wenig wie Poster mit Fußballerinnen. Wirklich brenzlig wird es für die Geschwister allerdings, als die Damensparte des Fußballvereins aus finanziellen Gründen aufgelöst werden soll. Man müsse sich auf „richtigen Fußball“ konzentrieren, sagt der Präsident des Fußballclubs. Da wollen Sascha und Niki aber auch noch ein Wörtchen mitreden …

Geschickt spielt Friedli mit Rollenmustern und Erwartungen. Schon das Cover führt Leserinnen und Leser auf die falsche Fährte. Die Hauptfiguren wirken in den Illustrationen androgyn und von Leserin oder Leser aufgrund kultureller Vorurteile als Junge und Mädchen fehlgedeutet. Aber warum sollen Mädchen lange Haare haben und Jungen kurze? Warum sollen Mädchen Pferde toll finden und Jungen Fußball? Man mag, was man mag, und frau eben auch. Friedli hat mit „Mach’s wie Abby, Sascha!“ ein Plädoyer für Individualität jenseits von Geschlechtsstereotypen und Schubladendenken geschrieben, ein Mutmachbuch für alle, deren Interessen belächelt werden.

Bänz Friedli: Mach’s wie Abby, Sascha! Ziegelbrücke: Baeschlin, 2017. Ab 9 Jahren.

Cover: Baeschlin Verlag

Usedom ist immer eine Reise wert, und wer schon einmal dort war, weiß, dass der Urlaub bereits mit der Fährüberfahrt beginnt. Nicht aber für die Kommissarin Sylke Bartel, die einen Mord aufklären muss und die Ermittlungen leiten soll. Der bekannte und nicht unumstrittene Klimaforscher und Autor Volker Flosbach wurde nachts zuvor im Leuchtturm Dornbusch, dem Wahrzeichen der Insel, erschossen, nachdem er traditionell an seinem Geburtstag diesen bestiegen hatte.
Die Tochter des Klimaforschers engagiert den Privatermittler Tom Brauer, der sich um die Witwe des Verstorbenen kümmern und einige Erkundigungen einholen soll. Die Bezahlung ist sehr gut, sodass Tom sich auf diesen Job einlässt. Er hat seine eigenen Methoden und manövriert sich in die ein oder andere gefährliche Situation.
Als die Ermittlerin Sylke Bartel erfährt, dass der ihr gut bekannte Privatermittler Tom ebenfalls auf der Insel ist, ist sie nicht gerade begeistert.
Ziemlich schnell wird eine Waffe gefunden, ist das aber nicht alles ein bisschen sehr zufällig oder sollte der Täter leicht zu überführen sein?
Doch da treten im Laufe der Ermittlungen einige Personen ins Visier, die alle ein Motiv hätten. Da sind Flosbachs Verleger Rückler, zwei Studentinnen oder Prof. Dr. Werner Ertl, ebenfalls Klimaforscher.
Dem Autor Burkhard Wetekam gelingt es, den Leser bis zum Schluss im Dunkeln tappen zu lassen, es gibt immer wieder neue Verdachtsmomente und sogar Verhaftungen. Die Figuren sind zum Teil richtige Typen, die mit einer Portion Selbstironie und durch skurrile Situationen und witzige Dialoge dem Leser ans Herz wachsen.
Ein Lesevergnügen – nicht nur auf Usedom, sondern auch auf dem heimischen Balkon oder im Freibad.
Einen Trailer zum Buch finden Sie hier

Burkhard Wetekam: …und am Dornbusch fällt ein Schuss. Rostock: Hirnstorff, 2018 (Ostseekrimi). Auch in dieser Reihe erschienen ist der erste Krimi des Autors mit dem Titel „Schwarzes Gold am Bodden“

Cover: HINSTORFF Verlag

Am 15. Juni 2018 startete der JULIUS-Club in mehr als 50 Bibliotheken in ganz Niedersachsen. Der JULIUS-Club bietet Kindern zwischen 11 und 14 Jahren tolle Veranstaltungen, spannende Bücher und ein abwechslungsreiches Programm für die Sommerferien.

Mit Kostümen, Musik und Videos zum Sieger

Wir waren zur Eröffnung zu Besuch in der Stadtbücherei Laatzen. Der Bürgermeister Jürgen Köhne begrüßte zunächst alle Anwesenden persönlich in der Albert-Einstein-Schule. Jan-Helge Ralle, Mitarbeiter in der Stadtbücherei, organisierte mit seinen Kollegen einen Book Slam®. Mit Kostümen, Musik und Videos wurden fünf verschiedene Bücher jeweils 3 Minuten vorgestellt. Die Kinder entschieden mit einer Punkteskala von 1 bis 10, welches ihnen am besten gefallen hat. Als Sieger kürten sie den Titel „Boy in a White Room“ von Karl Olsberg.

Sommerferien mit Cake-Pops, Star Wars und Bienen

Anschließend ging es dann in die Stadtbücherei. Dort meldeten sich die ersten Kinder für die Veranstaltungen an und entdeckten die 100 ausgewählten JULIUS-Club-Bücher. Bereits ab dieser Woche erwartet die Kinder jede Woche eine Aktion wie zum Beispiel ein Cake-Pops-Nachmittag, Bauen mit Minecraft, ein Star-Wars-Day oder eine Einführung in die Welt der Bienen beim Imkerverein Hannover Süd.

 

 

Fotos: Akademie für Leseförderung Niedersachsen

 

 

Am 14. Juni 2018 fand das Praxisseminar „Preisverdächtig!“ zum Deutschen Jugendliteraturpreis im Hanns-Lilje-Haus in Hannover statt. Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird jährlich seit über 60 Jahren von dem Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. verliehen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten in dieser Veranstaltung neue Vermittlungsmethoden zu den 30 nominierten Titeln kennen. Stifter des Preises ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Akademie für Leseförderung Niedersachsen war, wie schon seit vielen Jahren, erneut Kooperationspartner des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V.. Anke Märk-Bürmann von der Akademie für Leseförderung Niedersachsen, die auch Mitglied der Jury für den Jugendliteraturpreis 2018 ist, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Nachdem Inger Lison, Vorstandsmitglied des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V., über die Geschichte des Arbeitskreises informierte , gab es weitere Details zu den nominierten Titel von Linda Wiechert, Projektleiterin des Deutschen Jugendliteraturpreises beim Arbeitskreis. Die Bandbreite an Themen reicht von „Die Welt – ein einziges Abenteuer“, „Erinnern und Erklären“, über „Sagenhaft“, bis zu „Zukunftsvisionen“, „Mission Alltag“ und „Federleicht mit viel Humor“.

Im Anschluss folgten drei Workshops zu den Themen Bilderbuch, Kinderbuch und Jugendbuch.

Bilderbücher zum Leben erwecken

Die Referentin Katja Eder stellte eine Auswahl der nominierten Bücher in ihrem Workshop vor, indem sie beispielsweise der Frage nachging, „Wie kann man ein Bilderbuch zum Einschlafen zum Leben erwecken?“. Zu dem Buch „Der siebente Bruder oder Das Herz im Marmeladenglas“ von Øyvind Torseter, bei dem es sich um die moderne Version eines norwegischen Märchens handelt, wurden unterschiedliche Abschlussszenen gemalt. Mit einem Staffellauf zu dem Buch „Die verflixten sieben Geißlein“ von Sebastian Meschenmoser lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine bewegungsorientierte Methode kennen.

 

Mit Kinderbüchern die Selbstwahrnehmung schulen

Der Kinderbuchworkshop wurde von Bettina Huhn geleitet. Das Buch „Ich so, Du so“ von der Labor Ateliergemeinschaft wurde in den Verlauf des gesamten Workshops integriert und als Überleitung für die einzelnen Titel genutzt. Das Sachbuch stellt die Frage „Was ist eigentlich normal?“ in den Mittelpunkt und nähert sich dieser mit Comicstrips, Fotos, Collagen, Textbeiträgen und Geschichten. Dementsprechend sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst seine Assoziationen zu dem Begriff „normal“ aufschreiben. Diese Karten wurden im Verlauf des Workshops vorgelesen und mit der Definition des Begriffs im Duden verglichen. In dem Buch „Viele Grüße, deine Giraffe“ von Megumi Iwasa und Jörg Mühle schreibt eine Giraffe Briefe, um einen Freund zu finden. Auch in dem Workshop sollte jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer einen Brief mit äußeren Merkmalen von sich selbst verfassen. Anschließend wurden die Briefe verteilt und jeder musste den Absender anhand der drei Merkmale ermitteln – keine leichte Aufgabe, wie sich herausstellte.

Jugendbücher als Reflexionswerkzeug

Heike Kielsmeier und Bianca Röber-Suchetzki waren für den Bereich Jugendbuch zuständig. Zum Einstieg wurde der Charakter eines fiktiven Kindes an einem Glücksrad erspielt. Die dabei entstandenen Charaktere waren mindestens genauso unterschiedlich wie die Protagonisten in den vorgestellten Büchern. Die drei Jugendlichen aus dem Buch „Mehr Schwarz als Lila“ von Lena Gorelik spielen in ihrer Geschichte selbst verschiedenste Spiele und thematisieren damit Grenzüberschreitungen. Diese Spiele wurden von den Referentinnen adaptiert und für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Praxismethode umgewandelt, die in der Arbeit mit Jugendlichen umsetzbar ist. Weitere Themen waren beispielsweise Rechtsextremismus in dem Buch „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ von Manja Präkels, die Polizeigewalt in den USA in dem Buch The Hate U Give“ von Angie Thomas und die Rolle und Identität von Jugendlichen in unserer Gesellschaft in dem Titel „Pferd, Pferd, Tiger, Tiger“ von Mette Eike Neerlin. Mit viel Musik und Hintergrundinformationen zu den Autoren wurde gezeigt, wie die Inhalte der Bücher mit Jugendlichen aufgearbeitet werden können.

Die Praxistipps als Download gibt es ab August auf der Website des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V.

Foto: Akademie für Leseförderung Niedersachsen, Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V.

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