Herbstakademie 2026: Sprache zählt!
Leseförderung und Deutsch als Zweitsprache gemeinsam gestalten

Mehrsprachigkeit ist eine Ressource, die es in einer vielfältigen Gesellschaft zu fördern und zu bewahren gilt. Doch ist es in der Schule auch mit Schwierigkeiten verbunden, wenn auf dem Weg zum Schulabschluss Deutsch als zweite Sprache (DaZ) von den Schüler:innen erst erworben werden muss. „Sprache ist der Schlüssel zu Bildungsteilhabe und Integration“, betont das Kultusministerium Niedersachsen. Lehrkräfte stehen dabei vor vielfältigen Herausforderungen in Bezug auf inklusive Unterrichtsgestaltung, Leistungsbeurteilung und dem Miteinander innerhalb der Lerngruppen. Der Wunsch von Lehrkräften nach theoretischen Hintergründen zum Zweitsprachenerwerb, praxisnahen Angeboten im Bereich DaZ und insbesondere die Verzahnung mit der Kompetenz Leseverstehen wird fortlaufend an uns herangetragen. Mit der Herbstakademie 2026 wollen wir diesem Wunsch nachkommen.
Bitte beachten Sie:
Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte an Grund- und Sekundarschulen.
Weitere Interessierte können bei freien Plätzen ebenfalls teilnehmen.
Die vier Workshops werden jeweils vormittags (V1-4) und nachmittags (N1-4) angeboten.
Eine vorherige Anwahl der Workshops findet in diesem Jahr nicht statt, sondern erfolgt aufgrund der Themenähnlichkeit am Tag der Veranstaltung vor Ort.
Hier können Sie sich das Programm herunterladen.
Programm/Ablauf
Eröffnungsvortrag: Leseförderung im mehrsprachigen Klassenzimmer - ein Blick auf Sprachbewusstheit und Leseförderung von ein- und mehrsprachigen Schüler:innen
Dr. Olga Aldinger, Mirjam Daum, Universität Braunschweig
Der Vortrag nimmt die zunehmende sprachliche Heterogenität im Schulalltag zum Ausgangspunkt und zeigt, wie Mehrsprachigkeit als Ressource für Leseförderung genutzt werden kann. Auf Basis aktueller Erkenntnisse der Mehrsprachigkeitsforschung werden zentrale Grundlagen zu Mehrsprachigkeitsdidaktik und Leseförderung skizziert. Anschließend werden konkrete, teils fächerübergreifende Methoden und sprachvernetzende Vorgehensweisen vorgestellt, um die Lesekompetenz und Sprachbewusstheit monolingualer und mehrsprachiger Schülerinnen und Schüler zu fördern.
Workshop V1 / N1: Sprachliche Anforderungen in Lehrmaterialien – Was macht Texte für (DaZ-) Lernende schwierig?
Dr. Heidi Seifert, Universität Hannover
Ausgehend von einer theoretischen Einführung in die Merkmale der Bildungs- und Fachsprache lernen die Teilnehmenden in diesem Workshop, sprachliche Anforderungen in fachspezifischen Lehrmaterialien, die das Textverständnis für (DaZ-) Lernende erschweren, zu identifizieren und linguistisch zu beschreiben. Ziel des Workshops ist es, die „linguistische Brille“ von Fachlehrkräften zu schärfen und sie für die sprachlichen Anforderungen ihres Fachunterrichts zu sensibilisieren.
Workshop V2 / N2: Mehrsprachigkeit in der Leseförderung: Mehrsprachige Kassenzimmer – mehrsprachige Leseförderung
Viktoria Bothe, Veronika Mörke, Sprachbildungszentren Braunschweig und Hannover
Der Workshop zeigt praxisnahe Strategien, wie Lesen in sprachlich vielfältigen Lerngruppen gezielt gefördert werden kann. Im Fokus stehen alltagstaugliche Methoden, die Mehrsprachigkeit als Ressource nutzen und die Lesemotivation sowie das Textverständnis aller Schülerinnen und Schüler stärken. Eine mehrsprachige Unterrichtspraxis macht die sprachlichen Ressourcen der Lernenden fruchtbar, unterstützt ihren Kompetenzerwerb und vermittelt den Kindern und Jugendlichen, dass ihre Mehrsprachigkeit ein wunderbarer Schatz ist.
Workshop V3 / N3: Sprachbildung im Unterricht – Bildungssprache erkennen und fördern
Dr. Anna Salgo, Universität Hildesheim
Im Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage, was Bildungssprache auszeichnet und wie sie sich von Alltags- und Fachsprache unterscheidet. Anhand ausgewählter Unterrichtsmaterialien werden typische bildungssprachliche Anforderungen sichtbar gemacht. Darauf aufbauend lernen die Teilnehmenden Möglichkeiten kennen, Lernende beim Lesen, Verstehen und Bearbeiten von Texten und Aufgabenstellungen sprachsensibel zu unterstützen. Neben kurzen theoretischen Impulsen stehen die gemeinsame Analyse von Materialien sowie konkrete Methoden und Anregungen für die Unterrichtspraxis im Mittelpunkt.
Workshop V4 / N4: Leseförderung im Fachunterricht für DaZ-Lernende
Dr. Judith Bödekker, Universität Osnabrück
Lesen ist in allen Fächern eine zentrale Voraussetzung für fachliches Lernen. Doch wie können DaZ-Lernende beim Lesen von Fachtexten gezielt unterstützt werden? Der Workshop vermittelt konkrete Methoden der Leseförderung im Fachunterricht. Im Mittelpunkt stehen die Entlastung von Fachtexten, die Arbeit mit Fachwortschatz sowie die Unterstützung des Textverständnisses. Die vorgestellten Ansätze sind praxisnah und können im eigenen Unterricht eingesetzt und angepasst werden.