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Bild- und Wortschatzkarten

Vorläuferfähigkeiten für den Primarbereich

Mit Bild- und Wortschatzkarten kann das phonologische Bewusstsein gefördert werden. Die Karten bieten zahlreiche Gesprächsanlässe und sind bei vielen Verlagen erhältlich – teilweise auch als PDF-Download.

Hinweise zum Vorgehen

  • Für jedes Wort gibt es meist zwei Karten: Bildkarte und Wortkarte.
  • Die Karten können unabhängig voneinander genutzt werden (je nach Altersstufe/Vorwissen).
  • Gelegentlich gibt es Wortschatzkarten mit Reimwörtern (Bsp.: Hund – rund mit jeweils passenden Bildkarten).
  • Die Karten können auf die gewünschte Größe kopiert und zur besseren Haltbarkeit laminiert werden.
  • Bei Kindern mit geringen Sprachkenntnissen sollte die Kartenanzahl zunächst eingeschränkt sein. Erst wenn dieser Wortschatz gesichert ist, können weitere Begriffe ergänzt werden.
  • Die meisten Spiele sind in Eins-zu-Eins-Situationen und in der Kleingruppe durchführbar.
  • Wichtig: Die Kinder sollten in ganzen Sätzen sprechen (evtl. Sprachstrukturen vorgeben).

Einsatzmöglichkeiten

Verb-Würfel

Bild- oder Wortkärtchen zu sechs Verben (z.B. Füße – gehen, Augen – sehen, Nase – riechen) werden vergrößert auf die Seiten eines Schaumstoffwürfels geheftet. Die Kinder würfeln und bilden jeweils einen Satz mit dem erwürfelten Verb (z. B. sehen: Ich sehe eine Katze.). Als Hilfestellung können weitere Bild- oder Wortkärtchen eingesetzt werden, die ebenfalls in dem Satz vorkommen sollen (z. B. sehen – Baum: Ich sehe einen Baum.). Wenn der Wortschatz und die Satzstrukturen gesichert sind, können zusammengesetzte Verben (Klammer-Verben) hinzugenommen werden (z. B. weggehen: „Ich gehe nachher weg.“).

Zuordnen nach Reimen

Eine Auswahl an Wort- oder Bildkärtchen wird auf dem Tisch ausgelegt. Die Wörter/Abbildungen werden laut genannt und passenden, sich reimenden Karten zugeordnet (z. B. Knopf – Topf). Eine Differenzierung ist durch die Anzahl der Kärtchen möglich oder durch Veränderung der Aufgabe, indem Zweizeiler gedichtet werden sollen (z. B. „Ich finde einen Knopf in einem großen Topf.“). Hierbei kann der erste Vers vorgegeben werden, sodass das Kind nur den zweiten Vers ergänzen muss.

Ordnen

Die ausliegenden Wort- oder Bildkärtchen werden nach unterschiedlichen Gesichtspunkten geordnet:

  • Anzahl der Silben
  • Thematisch (z. B. im Zoo, Kleidung, in der Schule, im Schwimmbad)
  • Endreim
  • Anlaut
  • Größe des Gegenstandes
  • Gegenteilige Karten(z. B. rund - eckig)
  • Artikel
  • Alphabet
  • Wort-Bild-Zuordnung
  • Gegenstand-Tätigkeit-Zuordnung

Domino

Wort- und Bildkarten werden als Sets zusammenkopiert und passende Kärtchen einander zugeordnet.

Zusammensetzungen bilden

Geeignete Bild- oder Wortkärtchen werden aufgedeckt ausgelegt und sinnvolle Zusammensetzungen gesucht (z. B. Hals/Kette = Halskette; Hand/Tasche = Handtasche)

Koffer packen

Einige Bildkarten werden offen ausgelegt. Die Kinder nehmen nacheinander ein Kärtchen auf (Wort- oder Bildkarten möglich), welches sie benennen können, und sagen z. B. „Ich packe in meinen Koffer…“. Die Karte wird umgedreht, es geht reihum weiter. Die vorher genannten Begriffe werden wiederholt. (Differenzierung: Die bereits „eingepackten“ Karten werden aufgedeckt in eine Reihe gelegt.)

Pantomime

Bild- oder Wortkarten (beispielsweise Verb-Karten) liegen offen aus. Ein Kind sucht sich in Gedanken eine Karte aus und stellt den Begriff/Gegenstand pantomimisch da. Die übrigen Kinder versuchen die ausgewählte Abbildung zu erraten. Wer richtig geraten hat, darf die Karte behalten.

Einzahl/Mehrzahl

Es werden Bildkarten doppelt kopiert. Zunächst wird eine Karte aufgedeckt und die Abbildung benannt (z. B. Das ist ein Knopf.). Anschließend wird die gleiche Karte noch einmal aufgedeckt und ein Satz im Plural gebildet (z. B. das sind zwei Knöpfe).

Gegenstände finden

Wort- oder Bildkarten werden ausgelegt. Das Kind bekommt die Aufgabe, den Gegenstand oder andere passende Gegenstände im Raum zu finden (z. B. Abbildung Ball – Kind muss einen Ball bringen).

Partnersuche

Einige Bild- mit passenden Wortkärtchen werden gemischt und an die Spieler:innen ausgeteilt. Ein Kind beginnt gemäß den Regeln des Quartett-Spiels nach einer zur eigenen Karte passenden Partner-Karte zu suchen, indem das Kind reihum fragt: „Hast du …?“ Die übrigen Spieler:innen antworten entweder „Nein, ich habe kein…“ oder „Ja, ich habe…“ und geben die Karte an das fragende Kind.

Finde den Fehler!

Mehrere Bild- oder Wortkarten zu einem Thema oder Oberbegriff werden um eine Karte aus einem anderen Bereich ergänzt. Das Kind benennt die einzelnen Begriffe und versucht die nicht zum Thema passende Karte zu identifizieren.

Auch als Gruppenspiel möglich: Das Kind, welches die falsche Karte als erstes entdeckt, bekommt die Karte. Am Ende gewinnt das Kind mit den meisten Karten.

Weitere Ideen

  • Memory®
  • Bilderlotto
  • Bingo (nur mit Wörtern/Bildern)
  • Kim-Spiele (merken, fühlen, schmecken)
  • Montagsmaler
  • Dalli-Klick

Literatur & Links

Kollegium der Grundschule Rotenhäuser Damm: Ich fliege! Wer fliegt mit? 33 Sprachförderspiele für jeden Tag. Velber, Lernbuch, 2007

Wemmer, Katrin: Übungen zur phonologischen Bewusstheit 1 – Reime und Silben. Buxtehude, Persen 2009

Hölscher, Petra: Unser kleiner Wörterladen. Sprachlernspiel für Kinder im Vorschulalter. Handbuch und Materialkiste. Oberursel: Finken, 2007 (auch für die Wortschatzarbeit in der GS geeignet oder für DaZ)

Komm zu Wort! (Finken Verlag)

Wortschatzkarten (Hueber Verlag)