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Chatten auf Papier

Lesemotivation für die Sekundarstufe I

Lesen kann durchaus Spaß machen, zum Beispiel in den Weihnachtsferien beim Fantasy-Bücher-Schmökern unterm Tannenbaum. Aber wenn die Schule wieder anfängt, wird wieder die gewohnte Schullektüre analysiert und interpretiert, die viele Schüler:innen wenig anspricht. Selbst wenn das einmal nicht der Fall sein sollte, fühlen sie sich im Unterricht oft unter Druck gesetzt, etwas möglichst Kluges zu sagen. Beim Chatten auf Papier sind solche Zwänge aufgehoben, denn die Chattenden müssen nichts Kluges und Bestimmtes sagen: Das Geschriebene richtet sich nicht an die Lehrkräfte, sondern an die Mitschüler:innen, ähnlich wie beim Zettelchen-Schreiben unterm Tisch.

Durchführung

Das Chatten auf Papier funktioniert wie das Posten und Kommentieren von Artikeln auf Social Media, aber in einem Schulheft, das in der Gruppe herumgereicht wird. Alle stellen je einen Text oder Textauszug zur Diskussion, welcher eingeklebt oder hingeschrieben und mit einem persönlichen Kommentar versehen wird. Die anderen geben ebenfalls ihre Meinung ab, zustimmend, ablehnend, ergänzend, malen Bildchen, setzen rote Fragezeichen, markieren Wörter im Text – fast alles ist erlaubt, nur nicht das Unkenntlichmachen des kommentierten Textes. Besonders leicht ist das Chatten auf Papier mit Zeitungsausschnitten umzusetzen, denn die Zeitung darf zerschnitten werden. Bei der Schullektüre muss auf Kopien ausgewichen werden – oder gar aufs Abschreiben. Aber das hat auch seine gute Seite: Wer abschreibt, liest noch mal sorgfältig, was anschließend kommentieren werden soll.

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