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Optimierung der Leserlichkeit und Lesbarkeit von Texten

Leseflüssigkeit ab der 1. Klasse

Leserlichkeit von Texten

Eine gute Leserlichkeit von Texten erleichtert insbesondere leseschwächeren Schüler:innen und Leseanfänger:innen das Lesen. Im weiteren Verlauf der Leseentwicklung wirkt sie sich außerdem positiv auf die Leseflüssigkeit und damit indirekt auch auf das Textverständnis aus. Deswegen ist eine gute Lesbarkeit ein Kriterium, das bei der Wahl bzw. Erstellung geeigneter Lesetexte unbedingt berücksichtigt werden sollte.

Die Leserlichkeit eines Textes hängt von dessen drucktechnischer Gestaltung, also von Schriftgröße, Schriftart, Zeilenabstand usw. ab.

Folgende Checkliste enthält die wichtigsten Aspekte, die im Hinblick auf die Leserlichkeit von Texten zu beachten sind.

Schriftart

Verwendung einer serifenlosen Schrift z.B. Norddruck

Schriftgröße

Verwendung einer Schriftgröße zwischen 12 und 14

Buchstabenabstand

Minimale Vergrößerung des Buchstabenabstandes

Zeilenabstand

Verwendung eines größeren Zeilenabstandes bis max. 1,5-zeilig

Textgestaltung

Untergliederung des Textes in Abschnitte ggf. mit Zwischenüberschriften

Absätze

Linksbündige Anordnung des Textes und Verwendung von Flattersatz

Zeilenumbruch

Möglichst keine Trennung von Satzgliedern beim Zeilenumbruch

Zeilenlänge

Begrenzung der Zeile auf 55-60 Zeichen, um das Mitführen des Fingers zu erleichtern

Silbentrennung

Verzicht auf Silbentrennung am Zeilenende

Bilder

Sparsame Verwendung von Bildern

 

Eine speziell für Menschen mit LRS entwickelte Schriftart, ist die Schriftart OpenDyslexic, die im Netz kostenlos heruntergeladen werden kann. Die Buchstaben dieser Schrift sind zur Grundlinie hin etwas dicker. Durch dieses „Gewicht“ soll beim Lesen das Hin- und Herspringen der Buchstaben vor den Augen verhindert werden. Außerdem hat jeder Buchstabe seine eigene eindeutige Form und es kommt seltener zum Umdrehen und Verwechseln von Buchstaben wie z.B. d/b, p/q usw.

Für Leseanfänger:innen und leseschwache Grundschüler:innen empfiehlt sich die Verwendung einer Silbenschrift. Sie erleichtert das Erkennen von Wortteilen auf einen Blick.

Für Kinder mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen gibt es außerdem Lesehilfen wie Leselineale oder-pfeile, die das Lesen erleichtern. Informationen hierzu sind im Praxistipp Lesehilfen für Erstleser:innen zu finden.

Lesbarkeit von Texten

Die Lesbarkeit eines Textes hängt von dessen sprachlicher Komplexität ab. Um eine gute Lesebarkeit zu erreichen, sollte die Länge des Textes auf die individuellen Lesefertigkeit der Leser:innen abgestimmt sein und nicht allzu viele lange und schwierige Wörter enthalten. Außerdem gilt es, lange und verschachtelte Sätze zu vermeiden.

Aufschluss über die sprachliche Schwierigkeit eines Textes gibt der Lesbarkeitsindex (LIX). Er ergibt sich aus dem prozentualen Anteil von langen Wörtern und der mittleren Satzlänge eines Textes. Texte mit einem LIX unter 40 sind für Erwachsene sowie Jugendliche als einfach und gut lesbar einzustufen.

Mit dem Online Programm „Psychometrica“  lässt sich der LIX kostenlos berechnen:

Insbesondere bei der Auswahl von Lesetexten in der Schule ist es sehr wichtig, dass diese vom Schwierigkeitsgrad her optimal an die Lesekompetenz der jeweiligen Lerngruppe angepasst sind. Um die Lesemotivation der Schüler:innen zu erhalten, sollten Texte deshalb gewählt werden, dass sie die Lesenden weder überfordern noch unterfordern.

Eleganter vielleicht so: Zur Einschätzung der Schwierigkeit eignet sich das Analysetool „Ratte“ der Uni Regensburg, das kostenlos heruntergeladen werden kann.

Nach Eingabe des Textes und Auswahl der Klassenstufe, für die der Text verwendet werden soll, wird mithilfe einer Ampel angezeigt, ob der Text für die gewählte Klassenstufe geeignet, bedingt geeignet oder ungeeignet ist. Zusätzlich werden die benötigte Lesezeit und eine Klassenstufenempfehlung angegeben.

 Es wird außerdem aufgelistet:

  • die Anzahl an ein-, zwei-, drei- und mehrsilbigen Wörtern im Text
  • die Anzahl unterschiedlich schwieriger Wörter im Text (Pronomen, Füllwörter, Abkürzungen, Sonstige)
  • die durchschnittliche Wort- und Satzlänge
  • die Anzahl an Nebensätzen und Passivkonstruktionen

Die detaillierte Aufschlüsselung gibt konkrete Hinweise, wie der Text vereinfacht werden kann. Änderungen können direkt im Text eingegeben und die Lesbarkeit optimiert und erneut überprüft werden. Das Tool lässt sich sehr gut als Hilfsmittel für die Erstellung differenzierter Lesetexte nutzen.

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