„Hä, was?“ – so antworten viele Menschen, wenn Blu sich auszudrücken versucht. Das geht so weit, dass Blu denkt, „Häwas“ sei sein Name. Also wird das „Häwas“ nach vielen Ablehnungserfahrungen in der Außenwelt stiller, teilt sich weniger mit und wird immer trauriger. Denn obwohl Blu sich unheimlich anstrengt, anderen von Gedanken und Gefühlen zu erzählen, kommt nur Durcheinander aus seinem Mund. Blu wird sogar richtig wütend, weil niemand versteht, was in seinem Kopf doch so eindeutig ist.
Die Familie sucht schlussendlich Hilfe. Blu besucht die „Zauberin der Worte“ und lernt nicht nur die richtige Aussprache für alltägliche Wörter. Mit bewegenden „Mutmachsprüchen“ und dem kindlichen Staunen über die Welt der Wörter ermutigt sie Blu, Zutrauen in die eigene Sprechfähigkeit zu finden. Durch viele Wochen gemeinsamer Zeit mit der „Zauberin der Worte“ sammelt „Häwas“ Wörter, Sätze und Mut – bis eines Tages seine Stimme den Raum erfüllt. Voller Stolz verkündet es seinen in Vergessenheit geratenen Namen: „Ich heiße Blu!“.
In diesem zauberhaft illustrierten Bilderbuch gibt Saskia Niechzial Einblick in die Sprachreise eines Kindes mit einer Sprachentwicklungsstörung (SES). Die Erzählung nimmt die Perspektive eines Kindes ein, das von seiner Familie angenommen und geliebt, von der Außenwelt jedoch unverstanden und teilweise abgelehnt wird. Ein empfehlenswertes Buch, das nicht nur Eltern, Sprachtherapeut:innen und pädagogisch Tätige dazu einlädt, sich mit dem Thema Sprache zu beschäftigen.
Saskia Niechzial: Das kleine Häwas. Würzburg: Jupitermond, 2024. Ab 4 Jahren
