Die derzeit ungewöhnlich frostigen Temperaturen geben nur eine vage Ahnung davon, welchen extremen Bedingungen Ada Blackjack im Jahr 1921 in Alaska ausgesetzt war. Die junge Inupiaq-Frau, Angehörige eines indigenen Volkes aus Nord- und Nordwest-Alaska, nahm damals an einer Expedition zur abgelegenen Wrangelinsel in der Arktis teil.
Adas Motivation war existenziell: Ihr Sohn Bennett litt an Tuberkulose und die Kosten für seine Behandlung waren hoch. Um das Geld dafür aufzubringen, ließ sie ihn vorübergehend bei ihrer Familie zurück und schloss sich – als einzige Frau – gemeinsam mit vier Männern der Expedition an. Auf dem Schiff und später auf der Insel übernahm sie zentrale Aufgaben: Sie nähte Kleidung und Vorratsbehälter aus Tierhäuten und bereitete die Mahlzeiten zu, die aus Robben, Walrossen, Füchsen, Bären, Eulen oder Gänsen bestanden.
Als die Vorräte zur Neige gingen und die Temperaturen auf unter minus 30 Grad Celsius sanken, machten sich drei der Männer auf den Weg, um Hilfe zu holen. Der vierte starb wenig später an Erschöpfung – und Ada blieb allein zurück. Dank der Fähigkeiten, die sie von klein auf im Umgang mit der rauen arktischen Umwelt erlernt hatte, gelang es ihr, unter diesen lebensfeindlichen Bedingungen zu überleben. Schließlich wurde sie als einzige Teilnehmerin der Expedition gerettet und konnte zu ihrem Sohn zurückkehren.
Dieses biografische Sachbuch erzählt die Geschichte einer heute weitgehend vergessenen Abenteurerin und vermittelt zugleich eindrucksvoll Einblicke in die Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung Nordamerikas zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Großformatige Illustrationen veranschaulichen das Leben sowie die Pflanzen- und Tierwelt der Arktis auf beeindruckende Weise. Ein Glossar am Ende des Buches erklärt wichtige Begriffe.
Auf der Website des Verlages steht zudem ein von der Autorin und Illustratorin gestaltetes Ausmalbild zur Verfügung.
Isabel Pin: Ada Blackjack. Überleben auf der Bäreninsel. Hildesheim: Gerstenberg, 2025. Ab 8 Jahren.
