Weiter zum Inhalt

Damals hieß ich Rita

© Peter Hammer

Über Nationalsozialismus, Verfolgung, Krieg und Trennung ins Gespräch kommen: ein eindrückliches Bilderbuch mit vielen Erzählanlässen

Rozette Kats hat den Holocaust überlebt, weil ihre Eltern sie als kleines Kind in die Obhut eines holländischen Ehepaars gaben. Heute ist sie 80 Jahre alt und erzählt einer Gruppe von Kindern ihre bewegende Geschichte. Im Jahr 1944 ist sie erst eineinhalb Jahre alt und lebt mit ihren jüdischen Eltern versteckt in Amsterdam. Ein mutiges Ehepaar nimmt sie bei sich auf und bringt sich damit selbst in große Gefahr. Von da an wächst sie unter dem Namen Rita auf. Kurz bevor sie eingeschult wird, erfährt sie von ihrem Vater die Wahrheit über ihre Herkunft. Für ihre Eltern muss es unvorstellbar schwer gewesen sein, ihr Kind fremden Menschen anzuvertrauen – doch sie sahen keinen anderen Ausweg. Sie selbst überlebten den Krieg nicht: Sie wurden von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet.
 Das Bilderbuch ist als einfühlsame Erzählsituation gestaltet: Rozette berichtet sechs Kindern von ihrer Rettung. Einige von ihnen kennen Trennung und Verlust aus eigener Erfahrung – sei es durch Flucht oder durch das Getrenntleben von ihren Eltern.
 Die realistischen, beinahe fotografisch wirkenden Illustrationen unterstreichen die Intensität der Gespräche zwischen Rozette und den Kindern. So entsteht ein eindrucksvolles Gesamtbild, das zahlreiche Anlässe bietet, über Geschichte, Verfolgung, Krieg, Familie, Verlust und Gefühle miteinander ins Gespräch zu kommen.

Lutz van Dijk, Rozette Kats: Damals hieß ich Rita. Die Geschichte von Rozette Kats. Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 2024. Ab 8 Jahren.

Zu diesem Titel gibt es kostenloses Begleitmaterial vom Peter Hammer Verlag und vom Anne Frank Zentrum.