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Ich bin gut, so wie ich bin: „Starfish"

© Hanser

Eigentlich ist Ellie ein Mädchen wie viele andere auch. Mit ihrer besten Freundin Viv teilt sie Geheimnisse, Musik und das tägliche Spießrutenlaufen in der Schule. Denn weil beide kurvige Mädchen sind, werden sie von ihren Mitschüler:innen beleidigt und schikaniert. Mit ihr an der Seite erträgt Ellie die Häme gemeinsam und fühlt sich nicht ganz verloren. Doch dann zieht Viv weg und plötzlich ist da ein großes Loch. Selbst die eigene Familie wird zum Hindernis, da Geschwister und Mutter Ellies Körper abwertend betrachten. Ein gemeinsamer Filmnachmittag wird zum Auslöser einer Kettenreaktion. „Ich glaube, meine Mom hasst mich.“ – dieses Gefühl lässt das elfjährige Mädchen seitdem nicht mehr los. Ellie zieht sich immer mehr zurück und notiert Alltagserkenntnisse als Dicke-Mädchen-Regeln, zum Beispiel: „Wenn du Leute lachen hörst, lachen sie über dich.“ Nur im eigenen Pool kann sie entspannen, sich wie ein Seestern ausgebreitet treiben lassen und die Welt um sich herum ausblenden. 

Erst die neue Nachbarin Catalina reißt sie aus ihren selbstabwertenden Gedanken heraus. Als Teil einer amerikanischen Familie mit mexikanischen Wurzeln stößt auch sie im Alltag immer wieder auf Menschen, die ihr feindselige Blicke entgegenbringen. „Klischees sind bescheuert. Sie geben den Leuten einen Vorwand, Menschen zu hassen, die anders sind als sie, anstatt sich die Zeit zu nehmen, diese Menschen kennenzulernen.“ Mit diesen Worten beginnt bei Ellie ein Wandel. Mit therapeutischer Unterstützung gelingt es ihr, ihre innersten Gefühle und Worte nach außen zu bringen. Sie erkennt ihr eigenes Wesen und gewinnt an Selbstvertrauen. Ihre neu gewonnene Selbstsicherheit kann sie schlussendlich auch in die Familie tragen. Am Ende erkennt sie, dass sie richtig ist – genauso wie sie ist. Nun fühlt sie sich nicht mehr nur in ihrem Pool wie ein Seestern, der Raum einnimmt, sondern kann auch im sozialen Bereich Größe zeigen. 

Lisa Fipps zeigt mit Wortwitz und kurzweiligen Sätzen, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Jede:r ist es wert, gehört und gesehen zu werden. Durch die kurz gegliederten Absätze unterstreicht die Autorin die Gefühlsebene der Ich-Erzählung und lässt die Leser:innen in eine Geschichte über Bodyshaming, Mobbing, Akzeptanz und Freundschaft eintauchen. Im Buch heißt es: „…genau das tun gute Bücher. Sie ermutigen uns immer wieder darüber nachzudenken, wie wir uns selbst, andere und die Welt sehen. Vor allem lassen sie uns fühlen.“ 

Lisa Fipps: Starfish – Ein großartiges Buch über ein großartiges Mädchen. München: Hanser, 2026. Ab 11 Jahren.