Weiter zum Inhalt

Trümmerkinder

© dtv

Trümmerkinder – fiktive Kindheitserlebnisse zwischen 1944 und 1954

Der Krieg ist auf allen Ebenen spürbar. Er zeigt sein Gesicht durch zerbombte Häuser, durch militärische Präsenz, Hunger und Entbehrungen sowie durch Veränderungen im Familienleben. Aber auch nach dem Ende des Krieges ist das alles nicht vorbei. Zwischen Wiederaufbau und politischen Unruhen zeigt sich, dass sich der Krieg nicht einfach ausschalten lässt wie ein Schalter. Wie es sich für Kinder in dieser turbulenten Zeit angefühlt haben könnte, lassen die in sich geschlossenen Geschichten dieses Buches erahnen.

Aus Sicht von Mädchen und Jungen im Alter von sieben bis sechzehn Jahren werden Ereignisse dieser Zeit gefühlvoll und emotional dargestellt. Dabei wird die Geschichte nicht verharmlost, aber durch die Kinderbrille nahbar gemacht. Es geht um Trennung von Familienmitgliedern, Antisemitismus, Enteignungen von Landwirten und Veränderungen durch ein geteiltes Deutschland. Dabei ist das nur ein kurzer Abriss dessen, was „Trümmerkinder“ erlebt haben könnten.

Dennoch handelt es sich um kein düsteres Buch, das eine mögliche Kindheit in dieser Zeit nur trüb erscheinen lässt: Freude über Kriegsrückkehrer, über Schokoladen- und Kaugummipäckchen aus den Rosinenbombern oder über mitsingende Soldaten beim Klang des bekannten Liedes „Mein kleiner grüner Kaktus“ lassen die Erzählungen lebendig werden. Nicht zu vergessen ist auch das „Wunder von Bern“, das zu jener Zeit nicht nur Fußballfans Momente des Glücks beschert hat.

Ergänzende Sachtexte und Fotografien unterstreichen die fiktiven Erzählungen und laden Kinder und Jugendliche zur weiteren Vertiefung ein.

Frank Schwieger, Friederike Ablang: Trümmerkinder. Wie wir die Nachkriegszeit erlebten. München: dtv, 2025. Ab 10 Jahren.