Eine Künstliche Intelligenz, MAM genannt, regiert die Welt. Oder zumindest die Menschen, die weit unter der früheren Stadt New York leben, nachdem die Erdoberfläche unbewohnbar geworden ist. MAM kümmert sich um alles: Sie berechnet, wie viele Kalorien und Nährstoffe jede Person braucht; sie berechnet, wer mit wem befreundet sein sollte; sie berechnet, welcher Beruf der richtige sein soll. MAMs Stimme ist die erste am Morgen und die letzte am Abend, MAM ist immer da, wenn man sie braucht, auf MAMs Berechnungen ist Verlass. Als aber Livia bei ihrer Initiation einen Beruf zugewiesen bekommt, in den sie sich nur schwer einfinden kann, kommen ihr erste Zweifel. Könnte MAM Fehler machen? Wenn Fehler eine Möglichkeit sind, was könnte dann noch alles fehlerhaft sein? Livias Welt wird auf den Kopf gestellt, als sie dieser Frage zusammen mit einigen Freund:innen nachgeht.
Melissa C. Hill nimmt die Leser:innen mit in eine spannende neue Welt, die gänzlich von einer KI regiert wird. Während die Menschen unter der Erde sich keine Sorgen machen müssen, da MAM alles für sie berechnet, können sie in digitalen Simulationen der angeblich vernichteten Erdoberfläche des „Upper Age“ ein Leben nachspielen, das es so nicht mehr gibt. Was aber, wenn die Berechnungen fehlerhaft sind? Was, wenn freie Entscheidungen durch die – selbstgeschaffene – Abhängigkeit von der KI nicht mehr möglich sind? Das Buch beleuchtet ein spannendes Thema, das viele Jugendliche interessiert und Gesprächsanlässe für die Vorteile und Gefahren von KI eröffnet.
Melissa C. Hill: Evermind. Sie kennt dich. Hamburg: Oetinger, 2025. Ab 14 Jahren.
