Sichtwortschatztraining - Trimory – Sprung zum Wort
Synthese zur Sichtwortschatzerweiterung
Idee: Akademie für Leseförderung
Ein Trimory (Memory aus drei zusammengehörigen Karten) eignet sich hervorragend, um zwei Lernziele miteinander zu verbinden: das Lesetraining durch das Zusammensetzen zweier Silben sowie die Erweiterung des (Sicht-)Wortschatzes. Die richtigen Silben ergeben ein passendes Wort, das anschließend einer Bildkarte zugeordnet wird. Durch diese spielerische Herangehensweise werden das synthetisierende Lesen und die Worterkennung gefördert. Werden Silben kombiniert, die nicht zur Bildkarte passen, entstehen häufig interessante Kunstwörter. Auch diese regen zum genauen Lesen sowie zum bewussten Nachdenken über Wortbildung und Wortbedeutung an.
Durchführung
Alle Karten werden verdeckt nach dem Memory-Prinzip auf der Spielfläche verteilt. Die Silbenkarten sind unterschiedlich farbig markiert, sodass jeweils eine Anfangs- und eine Endsilbe zu den zweisilbigen Bildkarten gehören. Es wird reihum gespielt. Eine Spielerin oder ein Spieler deckt nacheinander eine Anfangssilbe, eine Endsilbe und eine Bildkarte auf. Die beiden Silben werden als zusammengesetztes Wort laut vorgelesen. Passen die beiden Silben zur Bildkarte, dürfen alle drei Karten als gewonnenes Trimory behalten werden. Die Spielerin oder der Spieler ist erneut an der Reihe und spielt so lange weiter, bis kein passendes Trimory mehr aufgedeckt wird. Stimmen die Karten nicht überein, werden sie wieder verdeckt an ihre ursprüngliche Position zurückgelegt und der Spielzug endet. Das Spiel ist beendet, wenn keine Karten mehr auf der Spielfläche liegen. Gewonnen hat, wer die meisten Trimorys gesammelt hat.
Fördermöglichkeiten
Das Spiel eignet sich nicht nur zum synthetisierenden Lesen und zum Aufbau eines Sichtwortschatzes. Auch für DaZ-Lerner:innen bietet es eine motivierende Möglichkeit, häufige Alltagswörter spielerisch kennenzulernen und zu festigen. Im Bereich der nicht lautgetreuen Schreibungen können die exemplarischen Wörter mit doppelten Konsonanten im Silbengelenk in den orthografischen Sichtwortschatz aufgenommen werden. In einem Lerngespräch lässt sich daran anschließend die FRESCH-Regel des Schwingens der Silben aufgreifen und die korrekte Schreibung bewusst reflektieren. Werden die Bildkarten weggelassen und ausschließlich die Silbenkarten verwendet, steht die Wortbildung durch genaues Lesen im Mittelpunkt. Gleichzeitig bietet diese Variante Anlass, über Wortarten nachzudenken, beispielsweise indem großgeschriebene Anfangssilben als Hinweis auf Nomen erkannt und von Verben unterschieden werden.
Differenzierungsmöglichkeiten
- Äußerliche Differenzierung: Werden die Karten auf verschiedenfarbigem Tonkarton gedruckt, lassen sich die unterschiedlichen Kartenarten bereits auf der Rückseite unterscheiden. Bei einem Druck auf einheitlich weißem Tonkarton ist die Differenzierung erst nach dem Aufdecken anhand der farbigen Rahmen sichtbar.
- Inhaltliche Differenzierung: Für den Erstunterricht kann die Auswahl auf häufige und leicht lesbare Wörter wie Mama, Lama, Insel, Salat, Ente, Dose, Amsel und Nase beschränkt werden.
- Wortartenauswahl: Sind Verben im Unterricht noch nicht eingeführt worden, kann die Auswahl zunächst auf die vorhandenen Nomen beschränkt werden.
- DaZ-Variante: Zur besonderen Stärkung des Wortschatzes werden alle Bildkarten offen über die Silbenkarten gelegt und die Lerner:innen dazu angeleitet, die passenden Wörter aufzudecken und mit den Bildern zu vergleichen.
Die editierbare Version als Worksheetcrafter-Datei ermöglicht eine Anpassung an die Lerngruppe.
Weitere Sichtwortschatzübungen:
Download
- Praxistipp Sichtwortschatztraining – Trimory – Sprung zum Wort 129 KB
